Hasso-Plattner-Institut
 

17.11.2014

News

HPI bringt Babelsberger Bewegtbildproduktion in die Daten-Wolke

Auf einer Konferenz am 18. November 2014 stellt das Hasso-Plattner-Institut (HPI) die Kerntechnologie für das Babelsberger Forschungsbündnis „dwerft“ vor. In diesem arbeiten Potsdamer Forschungsinstitutionen und Hochschulen mit Unternehmen der Medien- und IT-Wirtschaft zusammen. 

dwerft-Konferenz

Im Mittelpunkt der ganztägigen dwerft-Konferenz im Babelsberger fx.Center stehen die technischen Herausforderungen bei der stärkeren digitalen Vernetzung in der Produktion, Distribution und Archivierung audiovisueller Medien. Ziel ist, durch den Einsatz spezieller Informationstechnologie die zunehmende Fülle an Daten intelligenter zu organisieren sowie die komplexen Produktions- und Verarbeitungsprozesse im Film- und Fernsehbereich effizienter zu vernetzen. 

Gemeinsam mit den übrigen am Forschungsprojekt beteiligten neun Partnern analysieren die HPI-Wissenschaftler rund um Senior Researcher Dr. Harald Sack zunächst Prozesse und Arbeitsschritte, dokumentieren die Schnittstellen und bereiten das gesammelte Wissen von Fachexperten aus allen Kernkompetenzen des Medien-Wertschöpfungsprozesses auf. Zahlreiche bereits existierende formale Beschreibungen des darzustellenden Wissens (Ontologien) aus dem Medienbereich werden ausgewertet und mit dem erarbeiteten Wissen ergänzt. 

Die Basis dafür bietet den HPI-Wissenschaftlern der „Linked Open Data“-Ansatz. Diese von Internet-Pionier Tim Berners-Lee 2007 angestoßene Form der Strukturierung und Verknüpfung von öffentlich zugänglichen Daten erlaubt es Computern, Informationen im World Wide Web ebenso zu durchsuchen und anzureichern, wie Menschen es seit jeher dort tun.

Wichtig ist beim dwerft-Projekt, für den Austausch von Metadaten aus allen Bereichen der Bewegtbildproduktion Filtermechanismen zu entwickeln und einzusetzen, die diese Informationen möglichst verlustfrei in solche offenen, vernetzbaren und maschinenlesbaren Daten umwandeln und gleichzeitig deren Bedeutung korrekt interpretieren. Die entstehende Plattform wird „Linked Production Data Cloud“ genannt. Sie soll helfen, derzeit zwischen den einzelnen Arbeitsschritten auftretende Informationsverluste zu vermeiden. Das erspart die oft kostspielige Wiederbeschaffung solcher Informationen.

In fünf Verbundprojekten wollen sich die Partner des D-Werft-Bündnisses die Plattform für vernetzte Produktionsdaten zu Nutze machen, indem sie auf deren Basis weitere Anwendungen und Dienstleistungen entwickeln. Abgedeckt sind die einzelnen Schritte der Branche von Produktion und Distribution über Archive bis hin zum Zuschauer vor dem Endgerät.