Hasso-Plattner-Institut
 

09.10.2015

News

HPI-Studenten gewinnen mit Notfall-App den Programmierwettbewerb "HackZurich"

Die HPI-Studenten Alexander Immer (20), Sven Mischkewitz (21), Nico Ring (20) und Willi Raschkowski (21) haben beim "HackZurich", einem der größten Programmierwettbewerbe Europas, den ersten Platz belegt. Mit ihrer Softwareapplikation "HelperNet" ermöglichen sie Menschen in gesundheitlichen Notsituationen den schnellen Kontakt zu Rettungsdiensten oder potentiellen Ersthelfern. Das Studententeam des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) programmierte die Anwendung innerhalb von 40 Stunden und setzte sich gegen rund 500 Programmierer durch.

Die glücklichen Gewinner des "HackZurich" (v.l.n.r.): Nico Ring, Sven Mischkewitz, Alexander Immer und Willi Raschkowski. (Foto: HackZurich / M. Maisch)

Es gibt Situationen, in denen kann schnelle Hilfe bei gesundheitlichen Problemen Leben retten. Für diese Notfälle haben Studenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) auf dem "HackZurich"-Programmierwettbewerb eine Softwareanwendung entwickelt. Diese ermöglicht es betroffenen Personen, per Smartphone Rettungsdienste oder potentielle Ersthelfer in ihrer unmittelbaren Umgebung zu alarmieren. So könnten z. B. Allergiker, Menschen mit Herz-Kreislaufschwächen oder einem Schlaganfall-Risiko in plötzlichen Notsituationen auf ihr Problem aufmerksam machen. Mit dieser Idee überzeugten die vier Studenten die zehnköpfige Jury des Programmierwettbewerbs, besetzt mit Vertretern namenhafter Unternehmen wie Facebook, Dropbox oder der Schweizer Bundesbahn (SBB AG). Für die Ideenfindung, Umsetzung und Präsentation hatten die vier angehenden HPI-Bachelor drei Tage Zeit.

Mit direktem Datenaustausch zu schneller Hilfe in Notfällen

"Wir wollten mit unserer mobilen Applikation eine Lösung schaffen, die auf direktem Weg den Kontakt zwischen Hilfesuchenden und Helfern herstellt", beschrieb Alexander Immer die Idee des Studententeams. In vielen Notfällen sei es wichtig, dass schnell erste Hilfe geleistet wird. Das müsse jedoch nicht immer durch qualifiziertes Rettungspersonal erfolgen, oft reichten medizinische Grundkenntnisse, wie sie Busfahrer, Flugbegleiter oder auch Lehrer besäßen, vollkommen aus, ergänzte der gebürtige Berliner. Im Gegensatz zu existierenden Lösungen, die zumeist über GPS-Lokalisierung den Standort der Personen bestimmen und den Kontakt über einen Internetserver vermitteln, nutzt "HelperNet" den direkten Datenaustausch zwischen zwei Geräten. Mithilfe dieser Peer-to-Peer-Kommunikation kommt die Software ohne Internetverbindung aus. 

HPI-Student Willi Raschkowski
HPI-Student Willi Raschkowski bei der Präsentation der HelperNet-Applikation auf dem "HackZurich". (Foto: HPI / S. Schultz)

Das Studium am HPI sei bei dem Hackathon durchaus ein Startvorteil gewesen: "Wir waren bestens darauf vorbereitet, uns sehr schnell in neue Technologien und Programmiersprachen einzuarbeiten und hatten keine Scheu davor, ohne nennenswerte Vorkenntnisse eine mobile Applikation für iOS- und Android-Betriebssysteme zu programmieren", sagte das Hamburger Teammitglied Nico Ring. Durch die praxisnahe Ausbildung habe man schon oft Softwareprojekte in Arbeitsgruppen durchgeführt. Diese Übung hätte sich nun beim "HackZurich" ausgezahlt. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Für den ersten Platz erhielten die vier Nachwuchsinformatiker des HPI ein Preisgeld von 5.000 Franken. Eine Veröffentlichung der App ist nach finalen Verbesserungen angedacht.

40 Stunden Programmieren bei einem der größten Hackathons Europas

Der Programmierwettbewerb "HackZurich" fand vom 2. bis 4. Oktober in Zürich statt. Innerhalb der drei Tage hatten die Teilnehmer 40 Stunden Zeit für die Ideenfindung und Programmierung. Im Anschluss präsentierten sie ihre Ergebnisse in einer Zwischenrunde. Die Finalisten stellten ihre Softwarelösungen abschließend der Hauptjury vor. Die drei besten Projekte wurden ausgezeichnet. Zusätzlich spendierten die Sponsoren der Veranstaltung noch einzelne Sachpreise. Der "HackZurich" gilt mit rund 500 Programmierern als einer der größten Hackathons Europas.