Hasso-Plattner-Institut
 

16.11.2015

News

HPI-Wissenschaftler lassen originalgroße Prototypen Wirklichkeit werden

Wissenschaftler aus dem Fachgebiet Human Computer Interaction des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben ein Gerät entwickelt, das es Benutzern erlaubt, Prototypen von großen physikalischen Gegenständen dreidimensional und in Originalgröße herzustellen. Der so genannte "Protopiper" hat die Form einer Pistole, wird mit Klebeband geladen und formt dieses auf Knopfdruck zu einer hohlen Röhre, um damit Objekte, wie etwa dreidimensionale Entwürfe von Sofas und Schränken zu bauen.

Entwickelt am HPI-Fachgebiet "Human Computer Interaction": der Protopiper. (Foto: HPI/HCI)

Paper zum Download

Das wissenschaftliche Paper zu dem Projekt finden Sie hier:

Physikalische Prototypen zu erstellen war bisher kompliziert und verbrauchte viel Material. Eine am Fachgebiet Human Computer Interaction des Hasso-Plattner-Instituts entwickelte Lösung vereinfacht diesen Prozess und geht dabei besonders ressourcenschonend vor. Der "Protopiper" ähnelt einer Pistole, mit der sich Klebeband zu Röhren in unterschiedlicher Dicke und Länge formen lässt. Über Verbindungselemente an den Enden können schließlich Entwürfe physikalischer Gegenstände wie etwa Möbel in Originalgröße nachgebaut werden. Durch Falten lassen sich dabei auch einfache Mechanismen wie z. B. die Scharniere eines aufklappbaren Regenschirms realisieren.

Dreidimensionale Objekte interaktiv in Originalgröße erstellen

"Protopiper ermöglicht es seinen Benutzern, große dreidimensionale Objekte interaktiv zu erstellen. Dadurch, dass die Objekte, wie etwa ein Sofa, in der Originalgröße skizziert werden, lässt sich bereits beim Erstellen ermitteln, ob das Objekt in seine intendierte Umgebung passen wird ", erklärte Robert Kovacs, einer der Doktoranden hinter dem Projekt. Der Prototyp ließe sich anschließend per Scan digitalisieren, um daraus ein funktionsfähiges Produkt zu erstellen, etwa mit Hilfe einer computergesteuerten Fräse, ergänzte der studierte Mechatroniker.

Der am HPI-Fachgebiet "Human Computer Interaction" entwickelte Protopiper lässt raumgroße Prototypen entstehen. (Foto: HPI/HCI)

Das Protopiper-Gerät wurde am Fachgebiet von Professor Patrick Baudisch von sechs Mitarbeitern, darunter zwei Forschungspraktikanten, am HPI-Fachgebiet Human Computer Interaction entwickelt. Es wurde auf dem ACM User Interface Software and Technology Symposium in Charlotte (USA) vorgestellt, das vom 8. bis 11. November dauerte. Das dazugehörige wissenschaftliche Arbeitspapier des Projekts ist auf der Website des Fachgebiets verfügbar.

Video: Der Protopiper lässt originalgroße Prototypen entstehen