Hasso-Plattner-Institut
 

31.10.2016

News

openHPI-Forum: Experten beraten auf Fachtagung über die Zukunft von MOOCs

Auf der zweitägigen Fachtagung "Digitale Bildung – Quo Vadis" am Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben über 70 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft über die Entwicklung von MOOCs (Massive Open Online Courses) diskutiert. Zu den Referenten zählten unter anderem Vertreter von der WHO, acatech, SAP und Signavio.

openHPI-Forum 2016
Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutieren Fragen zum lebenslangen Lernen und digitalen Bildungsmöglichkeiten. (Foto: HPI/F. Flemming)

Video-Aufzeichnungen

Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und sind auf tele-TASK abrufbar:

"Ich habe schon viele Vorlesungen gehalten. Aber ich habe noch nie so tief darüber nachgedacht, wie man etwas erklären könnte, als bei diesem MOOC", berichtet Prof. Carlos Delgado Kloos in seiner Keynote auf der Potsdamer Fachkonferenz. An der Universidad Carlos III de Madrid ist er Vize-Präsident für Strategie und Digitale Lehre, wurde für seine Arbeit mit MOOCs bereits ausgezeichnet. Er setzt die offenen Online-Seminare beispielsweise als Brückenkurse ein, um angehenden Studierenden einen möglichst flexiblen Einstieg in den Uni-Stoff zu ermöglichen. Im Sinne des "Blended Learning" nutzt er sie außerdem, um die Vorlesungen im Hörsaal möglichst interaktiv zu gestalten, während die Studierenden die Theorie zuhause vor dem Computer vermittelt bekommen.

Bessere Kurse dank mehr Daten

Wie auch HPI-Informatiker Jan Renz, der die interaktive Bildungsplattform openHPI weiterentwickelt, setzt Kloos auf Experimente mit neuen Formaten, maßgeblich vorangetrieben durch die Analysemöglichkeiten der MOOCs. So könne man mit modernen Datenerfassungs-Methoden erkennen, an welcher Stelle im Video die Nutzer zurückgespult haben, welche Medien sie sich parallel zum Video noch anschauen und wie regelmäßig sie teilnehmen. Das Ziel dahinter: Inhalte optimieren, den Austausch der Teilnehmer untereinander anregen und die Erfahrung des Online-Lernens insgesamt verbessern.  

Einen Schritt weiter gehen die viel diskutierten Ideen der Bildungscloud und der Schul-Cloud von HPI-Direktor Prof. Meinel: Die Bildungscloud soll einen niedrigschwelligen Zugang zu allen digitalen Bildungsangeboten bereitstellen, um diese leichter auffindbar zu machen und den Nutzer bei der Auswahl zu unterstützen. Im Rahmen der Schul-Cloud soll eine Cloud-Infrastruktur dabei helfen, Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern einen einfachen Zugang zu Lern- und Lehrmaterial bereitzustellen, der für jeden, überall und jederzeit verfügbar ist.

Online Leben retten

Dass MOOCs auch für internationale Organisationen ein wichtiges Werkzeug sind, um Menschen auf der ganzen Welt innerhalb kürzester Zeit zu erreichen, demonstrierte Heini Utunen von der WHO auf der Potsdamer Fachtagung. Die WHO entwirft zusammen mit dem Hasso-Plattner-Institut eine neue Online-Lernplattform, die vor allem in Notfällen – etwa während weitreichenden Krankheitsausbrüchen – schnell Aufklärungs- und Lehrmaterial für Regierungen, Mitarbeiter, Experten und Einsatzkräfte bündelt und auf einer Vielzahl von Geräten zugänglich macht.