Hasso-Plattner-Institut
 

17.02.2017

News

DTRP-Workshop: Design-Thinking-Forscher tagen an der Universität Stanford

Am 6. und 7. Februar 2017 trafen sich Design-Thinking-Forscher des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und der Universität Stanford für einen Workshop in Kalifornien, USA. Die 14 Projektteams mit unterschiedlichen fachlichen Hintergründen erforschen, wie und warum Design-Thinking-Innovationen funktionieren oder scheitern. Ein Team widmet sich der Dokumentation medizinischer Daten.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des DTRP-Workshops an der Universtität Stanford. (Foto: HPI)

Zweimal im Jahr treffen sich HPI- und Stanford-Wissenschaftler des Design-Thinking-Research-Programms (DTRP) zum Austausch ihrer Forschungsergebnisse. Beim diesjährigen Workshop an der Stanford University in Kalifornien präsentierten Wissenschaftler des HPI unter anderem ein Projekt zur Dokumentation medizinischer Daten. Das Forscherteam unter Leitung von HPI-Direktor Professor Christoph Meinel stellte einen Ansatz vor, welcher Mediziner bei der Dokumentation von Patientengesprächen unterstützen soll.

Softwareanwendung soll Dokumentation von Patientengesprächen verbessern

"Aktuell werden Patientengespräche von Therapeuten meist handschriftlich dokumentiert. Die Übertragung der Informationen in ein digitales Dokument ist sehr zeitaufwendig und eine häufige Fehlerquelle", erläutert die HPI-Doktorandin Anja Perlich. Gemeinsam mit Julia von Thienen und Matthias Wenzel arbeitet sie daran, mithilfe der Innovationsmethode Design Thinking eine Softwareanwendung zu entwickeln, die diesen Prozess teilweise automatisiert. Eine interaktive Dokumentationsfläche ähnlich eines Whiteboards hilft schon jetzt, Arztgespräche elektronisch und gemeinsam mit den Patienten zu protokollieren. Die Software werde momentan erweitert, um aus den digitalen Notizen umfangreichere Arztbriefe erstellen zu können.

Interdisziplinäre Vielfalt fördert Kommunikation und Austausch

Gemäß dem Design-Thinking-Ansatz standen die Bedürfnisse der Nutzergruppen im Zentrum der Entwicklungsarbeit. Intensive Felderfahrungen und enge Zusammenarbeit mit Ärzten und Patienten waren Bestandteil aller Projektphasen. Weiteres Feedback erhielten die Forscher beim Workshop an der Universität Stanford. "Durch die interdisziplinäre Vielfalt der Projektteams entsteht eine besondere Atmosphäre in den Workshops", berichtet Perlich. Dank einer offenen Diskussionskultur und verschiedenen fachlichen Expertisen erhalte jeder Teilnehmer viele Anmerkungen und Verbesserungsvorschläge für sein Projekt, so die HPI-Wissenschaftlerin. Zurück in Potsdam könnten diese dann in die Lösung eingearbeitet werden.

HPI-Doktorandin betroffen von US-Einreiseverbot

Im Vorfeld der Reise war es einer Teilnehmerin des Forschungsprogramms aufgrund des kurzfristig verhängten US-Einreiseverbots für Bürger aus sieben muslimischen Ländern nicht möglich, an dem Workshop teilzunehmen. HPI-Direktor Professor Christoph Meinel hatte sich dazu kritisch geäußert.