Hasso-Plattner-Institut
 

16.06.2005

Potsdam. Das Hasso-Plattner-Institut will dafür sorgen, dass Nobelpreisträger-Auftritte in Potsdam künftig von jedem PC-Nutzer mit Internetanschluss verfolgt werden können. Das kündigte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel an. Begonnen wird damit am Freitag, 24. Juni, wenn der Radioastrophysiker Prof. Antony Hewish sowie der Arzt und Zellbiologe Prof. Günter Blobel im Rahmen des neunten Leibniz-Kollegs an der Universität Potsdam vortragen. Vom darauf folgenden Montag an kann jeder dabei sein, der die Internetseite www.tele-task.de anklickt.

"Elektronisches Fernstudium" bei zwei internationalen Spitzenwissenschaftlern ist somit im Prinzip von jedem Heim- oder Büro-PC aus möglich. "Es können damit mehr Teilnehmer im virtuellen Hörsaal dabei sein als im realen Auditorium Maximum am Neuen Palais in Potsdam", sagt Prof. Meinel. Wer an den Vorträgen um 11.15 Uhr (Hewish) und um 16 Uhr (Blobel) nicht teilnehmen kann, ist somit in der Lage, sie zu passender Gelegenheit später von der Website abzurufen und anszuchauen. Gewährleistet wird das durch die Tele-Task-Technik, die Meinels Team entwickelt hat. Beim Leibniz-Kolleg wird der britische Nobelpreisträger Prof. Antony Hewish aus Cambridge auf Englisch vortragen und sich dem Astrophysik-Thema "Pulsars and Einstein" widmen. 1974 war Hewish für die Entdeckung der Pulsare (Neutronensterne, die regelmäßig Impulse elektromagnetischer Wellen ausstrahlen) ausgezeichnet worden. Prof. Günter Blobel von der Rockefeller University New York wird über "Die lange Geschichte der Zellen" sprechen. Er erhielt den Medizin-Nobelpreis 1999 in Anerkennung seiner fundamentalen Beiträge zum Verständnis von Lebensvorgängen in Zellen.

Das Leibniz-Kolleg, eine Vortragsreihe der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Potsdam und außeruniversitärer Forschungsinstitute der Region, will aktuelle Forschungsthemen auch für Fachfremde verständlich darstellen und das Gespräch quer zu den Fächern und Generationen anregen.