Hasso-Plattner-Institut
 

02.03.2007

Potsdam. Fast 70 Absolventen des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben der Öffentlichkeit auf einem "Bachelorpodium" innovative Softwarelösungen für Wirtschaft und Gesellschaft vorgestellt. Mehr als 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft waren zu der Veranstaltung gekommen, an der auch Institutsstifter und Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner (63) teilnahm. Vorgestellt wurden die Ergebnisse von elf Praxis-Projekten, bei denen Gruppen von Bachelor-Studenten größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich anpackten.

Projektgeber waren renommierte Unternehmen und Institutionen aus Deutschland und Europa, darunter zum Beispiel Siemens, Schenker, die Software AG, die Deutsche Post, die Charité und der Berliner Senat. HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel bedauerte in seiner Moderation den Frauenmangel in der Informatik und verwies darauf, dass unter den 70 Bachelor-Absolventen nur eine Frau ist - die Potsdamerin Janet Bieneck. Die 27-Jährige - sie ist bereits Mutter einer fünfjährigen Tochter - hatte zusammen mit sieben Kommilitonen eine Software entwickelt, die künftig die virtuelle und dreidimensionale Wohnraumplanung erheblich erleichtern wird.

Und das sind die Ergebnisse der weiteren zehn Projekte:

  • eine Software, die Handynutzern die Planung individueller Städtetouren und das Umfahren von Staus erleichtert
  • eine Hochsicherheitslösung, die selbst bei physikalisch voneinander abgekoppelten Rechner-Netzwerken einen automatischen Datenbankabgleich ermöglicht
  • ein weiter entwickeltes Werkzeug für die Modellierung und Simulation komplexer Unternehmenssoftware
  • ein Analyseprogramm, das messen kann, wie effizient Mobilfunk-Rechnersysteme ihren Hauptspeicher, das schnelle "Kurzzeit-gedächtnis", verwenden
  • eine Studie zu den Anforderungen, denen künftig die IT-Systeme international tätiger Logistikkonzerne gerecht werden müssen
  • eine Visualisierungssoftware, die aus großen Mengen regionaler Statistik-Daten automatisch dreidimensionale Karten erstellen kann
  • ein maßgeschneidertes Videokonferenzsystem für die Charité, durch das Krankenhausärzte während Operationen schnell mit anderen Experten in entfernten Kliniken und Praxen kommunizieren können
  • ein vereinfachter und Zeit sparender Ablauf für den elektronischen Einkauf von Büroartikeln durch die Berliner Verwaltungsbehörden
  • zwei Programme, die der Deutschen Post die Verwendung von Unternehmensdaten erleichtern und gleichzeitig die Unternehmenssoftware SAP mit den Office-Programmen von Microsoft verbinden
  • eine Lösung dafür, wie man für neue, automatisierte Geschäfts-prozesse die notwendigen elementaren Software-Teilstücke ermitteln und mosaikartig zusammenfügen kann.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI einmal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums bearbeitet haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Pressemitteilungen zu den einzelnen Projekten findet man auf der HPI-Internetseite.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 360 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.