Hasso-Plattner-Institut
 

11.10.2007

Potsdam. Studenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben eine Internet-Plattform für das verteilte Ausführen computergesteuerter Experimente entwickelt. Das fünfköpfige Projektteam tüftelte die Lösung im Rahmen des Leonardo-da-Vinci-Programms der Europäischen Union aus. Die Gruppe präsentierte ihr Produkt auf dem "Bachelorpodium" des HPI am 11. Oktober. Zu der Veranstaltung waren rund 200 Entscheider aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen.

Experimente sind zwar für erfolgreiches Lernen, besonders im Schulunterricht, notwendig, erfordern jedoch oft sehr teuere und schwierig zu bedienende und zu wartende Gerätschaften. "Damals im Physikunterricht haben wir nur selten experimentiert, weil der Aufbau der Apparaturen immer zu lange dauerte", erinnert sich Frank Feinbube, Sprecher der Bachelorprojektgruppe.

Mit Hilfe des Systems, das sein Team weiterentwickelte, können Experimente über das Internet gestartet und beobachtet werden. Dadurch können Bildungseinrichtungen, wie zum Beispiel Hochschulen, ihre Geräte anderen zur Verfügung stellen. Die Anschaffungskosten sinken, weil die Verfügbarkeit verschiedener Experimente erhöht wird. Das neue System ermöglicht es Anwendern zum Beispiel, Algorithmen etwa für eine Robotersteuerung oder andere Regelungsmechanismen zu entwickeln.

"Dabei muss durch Sicherheitsmechanismen verhindert werden, dass bösartiger Programmcode aus dem Internet vorhandene Experimente beschädigt", betont Feinbube. So ist es möglich, dass Schüler und Studenten mit einem beliebigen internetfähigen Computer Experimente wie elektronische Versionen des Foucaultschen Pendels oder von "Hau den Lukas" sowie einen Lego-Roboter direkt steuern und die Ergebnisse sofort zum Beispiel als Video ansehen können.

Die Bachelorgruppe wurde während ihres Projekts von HPI-Prof. Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets "Betriebssysteme und Middleware", und den wissenschaftlichen Mitarbeitern Andreas Rasche und Peter Tröger betreut. Das Fachgebiet beschäftigt sich unter anderem mit Techniken zur Ausführung von nichtvertrauenswürdigen Programmen in eingebetteten Systemen, welche bei der Steuerung der Experiment-Hardware zum Einsatz kommen. Das Fachgebiet ist auch in das Leonardo-da-Vinci-Programm der EU eingebunden, das transnationale Netze für Fachwissen und Wissenstransfer aufbaut. Dazu gehört die Entwicklung einer Experiment-basierten Lernplattform, die durch die Universität Brasov im Projekt "VET-TREND" gemeinsam mit Partnern aus Italien, Portugal, Schweden und Deutschland koordiniert wird. Das HPI stellt dabei den Zugriff auf sein Distributed Control Lab bereit. In ihm können eingebettete mobile Steuerungssysteme auf Parameter wie Zeitverhalten, Fehlertoleranz, Ressourcenverbrauch und Sicherheitsprobleme getestet werden.

Bachelorpodium - Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das "Bachelorpodium" des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit dem Jahr 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI ein- oder zweimal im Jahr öffentlich die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informations-technologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT Systems Engineering" an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 420 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

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