Hasso-Plattner-Institut
 

11.07.2008

Potsdam. Studenten der School of Design Thinking des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts haben gemeinsam mit ihrem Projektpartner Grundy UFA TV Produktion einen Prototyp „Smartcards“ entwickelt, um das Arbeitsumfeld der Autoren von täglich ausgestrahlten TV-Serien, sogenannten „Daily Soaps“, zu verbessern.

Das studentische Projektteam präsentierte die Innovation zum Semesterabschluss in Anwesenheit des Projektpartners am 11. Juli 2008 auf einer Festveranstaltung mit mehr als 200 Gästen aus Wirtschaft und Politik. Außerdem wurde das Hasso-Plattner-Institut mit der School of Design Thinking im Rahmen der Veranstaltung zum dritten Mal in Folge als „Ausgewählter Ort“ von der Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“ geehrt.

Am Anfang ist das Wort: Auch die TV-Serienproduktion der Zukunft beginnt mit einer guten Geschichte. Kein Wunder, dass bei Grundy UFA die Drehbuchautoren im Mittelpunkt stehen. In Kooperation mit Deutschlands führendem Anbieter für industrielle TV-Serienproduktion entwickelte das Projektteam „TV-Authoring 2024“ Ideen zur Weiterentwicklung des Autorenprozesses in der effizienzorientierten Produktion von Daily Soaps. Die Herausforderung bestand in der Beseitigung von Medienbrüchen im Produktionsprozess und Vorschlägen für die Verbesserung von organisatorischen Abläufen. 

Der präsentierte Prototyp „Smartcards“ bindet den Schreibprozess der Serienautoren erstmals in den digitalen Produktionsablauf ein. Wo bisher noch Karteikarten aus Papier genutzt wurden, können die Teams sich jetzt mittels der digital abgebildeten Handlungsstränge viel besser austauschen. Die intuitive Benutzeroberfläche mit berührungssensitiven Monitoren (Touchscreen) unterstützt das Autoren-Team bei der Entwicklung der Handlung und hilft ihnen sich auf ihre eigentliche Aufgabe zu konzentrieren: eine gute Geschichte.

Jonas Baur, Grundy UFA: „Ich bin mir sicher, dass diese Idee schon bald bei unseren Autorenteams Anwendung finden wird.“

Die Idee für „Smartcards“ entstand im Rahmen der Ausbildung an Europas erster Innovationsschule. An der HPI School of Design Thinking wird unter Leitung von Prof. Ulrich Weinberg der in Deutschland einmalige Zusatzstudiengang Design Thinking – „erfinderisches Entwickeln“ – gelehrt. Studentische Querdenker verschiedener Fachrichtungen arbeiten in multidisziplinären Teams an von Partnern gestellten realen Innovationsaufgaben.

Die studentische Projektgruppe:

Urs Bellermann, Linda Dorn, Sören Kupke, Nicole Winzer

Hintergrund Projektpartner Grundy UFA

Menschen lieben Geschichten: Diese Leidenschaft stillt Grundy UFA täglich. Die TV Produktions GmbH ist europaweiter Marktführer im Bereich der industriellen Serienproduktion. Mit starken Programmmarken in den Genres Daily Soap, Telenovela und Weekly Drama unterhält Grundy UFA täglich bis zu 12 Millionen Zuschauer und ist so als Partner für alle großen deutschen Sender nicht mehr aus der Fernsehlandschaft wegzudenken. Durch die langjährige Zusammenarbeit mit den Sendern ist ein Vertrauensverhältnis zwischen Auftraggebern und Grundy UFA gewachsen. Kostengünstig, dabei aber qualitativ hochwertige Programme – das macht Grundy UFA zum verlässlichen Spezialisten, der zielgruppenspezifische „Zuschauerlieblinge“ produziert: insgesamt sind das 750 Stunden fiktionale Unterhaltung pro Jahr.

Grundy UFA ist schon oft neue Wege gegangen: 1992 brachte der Serienspezialist mit „Gute Zeiten – Schlechte Zeiten“ die erste für den deutschen Markt konzipierte Daily Soap auf die Bildschirme – nach 15 Jahren ist GZSZ die erfolgreichste Vorabendserie im deutschen Fernsehen. 1997 wagte man den Schritt nach Ungarn und produziert seitdem die bekannteste und erfolgreichste Daily Soap „Baratok Közt“ („Unter Freunden“). Mit „Bianca – Wege zum Glück“ (ZDF) wurde das Genre Telenovela 2004 auf dem deutschen TV-Markt etabliert. Mittlerweile ist daraus die erfolgreiche Reihe „Wege zum Glück“ geworden, für die täglich bis zu 46 Minuten sendefähiges Material produziert werden.

Grundy UFA hat den Fokus auf das Hier und Jetzt, darüber hinaus aber auch einen zukunftsweisenden Blick nach vorne: TV-Programmmarken werden in andere Medien übertragen und beispielsweise auf das Internetangepasst – und umgekehrt.

Hintergrund Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an - eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit 400 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Im Oktober 2007 nahm die "HPI School of Design Thinking" ihre Arbeit auf. Sie vermittelt Studierenden aller Fachrichtungen die Fähigkeit, in multidisziplinären Teams besonders benutzerfreundliche IT-nahe Produkte und -Dienstleistungen zu entwickeln. Das zweisemestrige Zusatzstudium ist offen für alle Studentinnen und Studenten, die sich in der Endphase ihres universitären Master-, Diplom-, Magister- oder Promotions-Studiums befinden.

Die Bewerbungsfrist für das kommende Wintersemester endet am 15. Juli 2008, die Onlinebewerbung findet sich hier: http://www.hpi.uni-potsdam.de/d-school/bewerbung.html