Hasso-Plattner-Institut
 

26.02.2008

Hannover/Potsdam. Innovatives Wissen nicht nur jederzeit sondern auch überall komfortabel aufnehmen zu können - dabei hilft eine vom Hasso-Plattner-Institut entwickelte E-Learning-Technologie. Sie trägt den Namen "Tele-TASK" und wird auf der CeBIT am HPI-Stand in Halle 9 C08 präsentiert. TASK steht dabei für Tele-Teaching Anywhere Solution KIT.

Die Potsdamer Informatik-Wissenschaftler rund um Institutsleiter Prof. Christoph Meinel stellen seit dem Sommer 2007 Podcasts thematisch abgeschlossener Vorlesungs-Abschnitte ins Internet (www.tele-task.de). Sie zeigen neben dem Vortragenden auch dessen Bildschirm- oder Tafel-Präsentation. "Das geschieht dank einer neuen Bild-im-Bild-Technik. Wir haben sie auf das kleine Display des iPods und anderer mobiler Video-Abspielgeräte wie PDA oder Mobiltelefon angepasst", berichtet Institutsleiter Prof. Christoph Meinel. Bislang ist bei herkömmlichen Lernvideopodcasts stets ein Informationsverlust in Kauf zu nehmen, weil lediglich Bilder vom Redner selbst oder dessen Folien plus seine Sprache übertragen werden.

Wer sich die Potsdamer Podcasts aus dem Internet auf sein kleines, mobiles Abspielgerät lädt, kann sie dann im Bus, im Wartezimmer oder draußen im Park anschauen - immer, wenn Zeit und Lust dazu da sind. Es handelt sich um einzelne, thematisch abgeschlossene Abschnitte von Informatik
vorlesungen. "Dadurch ist es möglich, daheim und unterwegs den Lernstoff sehr gezielt auszuwählen, beispielsweise für die Wiederholung", betont E-Learning-Pionier Meinel. Es ist also nicht mehr unbedingt notwendig, ein komplettes 90-Minuten-Video herunter zu laden. Folge: Das Lernen wird schneller.

 Die Potsdamer "Tele-Teacher" rund um Prof. Meinel setzten bei der Entwicklung auf Standards und frei verfügbare Software. "Wir greifen einfach das Signal der Grafikkarte ab und konvertieren es für die Übertragung ins Internet. Damit ist unser Tele-Task-System weder von bestimmten Betriebssystemen noch von einer bestimmten Präsentationssoftware abhängig", erklärt der Professor für Internet-Technologien und -Systeme das Konzept. Rund 1000 Informatik-Vorlesungen, Übungen und sonstige Präsentationen sind mittlerweile über die HPI-Plattform www.tele-task.de für jeden kostenlos nutzbar - live oder zeitversetzt. Für diese moderne Form des elektronischen Fernstudiums muss der PC- oder Laptop-Nutzer lediglich den kostenlosen Real Player installiert haben und über eine Internetverbindung verfügen. Jetzt gibt es den gleichen Komfort auch bei der Podcast-Nutzung.

Ein weiteres Projekt, das vom Hasso-Plattner-Institut auf der CeBIT präsentiert wird, ist das neue "tele-task-TV". "Unser komfortables Überall-Lernangebot geht über die Gruppe der Nutzer hinaus, die die Inhalte am Computer oder auf einem mobilen Videoplayer ansehen. Man nennt sie `Lean forward´-Nutzer", erläutert Institutsdirektor Meinel. Künftig will sein Team Informatik-Inhalte für den großen Fernseher im Wohnzimmer aufbereiten und über IP-TV aussenden. "Mit diesem Lern-Fernsehen im Internet erreicht man auch den `Lean-Back-User´, also Menschen, die sich auf der Couch entspannen, aber noch etwas für Ihre Bildung tun wollen. Fernsehen wird also zum Lernsehen", betont Meinel.

Derzeit erforschen die Potsdamer Wissenschaftler zudem, wie man per semantischer Suche die Stellen in solchen Lehrvideos finden kann, in denen auf spezielle Themen eingegangen wird: "Derzeit arbeiten wir an einer automatischen Vergabe von Schlagworten für einzelne thematische Einheiten von Lehrveranstaltungen", erläutert Prof. Meinel. Diese neue Webanwendung, die in Kürze online geht, soll dem Benutzer als Ergebnis von Suchanfragen zu bestimmten Stichwörtern beispielsweise ein Paket von Vorlesungsabschnitten bereitstellen, das die gewünschten Inhalte liefert und seine Fragen prägnant und umfassend beantwortet. Außerdem werden sich Benutzer einen persönlichen Zugang erstellen können, um zu jeder Vorlesung individuelle Notizen hinzuzufügen und diese zu speichern.

Hintergrund Tele-Teaching-System Tele-Task
Das gesamte System, das vom HPI vertrieben wird, ist in einem Schuhkarton-großen Rechner realisiert, an den der Präsentationslaptop und eine Videokamera angeschlossen werden. So lassen sich nicht nur Tagungen, Symposien, Vorträge oder auch Firmenmeetings mit minimalem Aufwand aufzeichnen und direkt übertragen - es ist auch spielend einfach, etwa für die Einführung von neuen Computeranwendungen Lernvideos zu produzieren, die die Anwendung direkt auf dem Monitor präsentieren. Außerdem ermöglicht das System, direkt nach Ende der Präsentation eine CD-ROM oder DVD mit der Aufzeichnung zu brennen. Bereits über 9 Millionen Mal wurde bisher auf den tele-TASK-Server zugegriffen.