Hasso-Plattner-Institut
 

17.07.2009

Potsdam/Berlin. Mit einem multimedialen Baukastensystem wollen Studenten der HPI School of Design Thinking die Motivation von Telearbeitern verbessern. Ihre innovative Lösung, die unter anderem kurze Videos sowie intelligente und personalisierte Feedbacksysteme umfasst, präsentierten sie am 17. Juli. Anlass war die Verabschiedung des zweiten Absolventen-jahrgangs der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam. Projektpartner war das Berliner Unternehmen Value5. Es verbindet in seinem Geschäftmodell des virtuellen Callcenters Telearbeiter und Hilfesuchende in ganz Deutschland miteinander.

„Wer als freiberuflicher Telearbeiter alleine und vom Heimbüro aus arbeitet, kann sich nicht mit Kollegen in der Kantine oder auf dem Flur austauschen und bekommt kein positives Feedback. Entsprechend wichtig ist es, die Motivation der Telearbeiter zu unterstützen“, erläuterte Stefan Hampel, Mitglied des Innovatoren-Teams und Student des IT-Systems Engineering am HPI, die Notwendigkeit des Projekts.

Im Wachstumsmarkt Callcenter wurden bislang hauptsächlich die technischen Strukturen verfeinert; der „Faktor Mensch“ genoss nicht so viel Aufmerksamkeit. „Gängige Motivationsstrategien laufen bei Freiberuflern, die in der Telearbeit tätig sind, bislang ins Leere. Also haben wir eine Lösung gesucht, welche die Vorteile eines räumlich zusammenarbeitenden Teams mit dem Teleworking verbindet - dies ohne personellen oder finanziellen Mehraufwand“, beschrieb Christiane Rhede, Studentin der Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin den Ansatz. Er sei auch auf E-Learning-Gruppen und international verteilte Wissenschaftsteams anwendbar.

Heraus kam ein multimedialer Baukasten. Das interdisziplinäre Innovatoren-Team visualisierte den monatlichen Qualitätsbogen, der über die Arbeitszeit und die durchschnittliche Auslastung informiert, und fügte dem Web-Formular einen „Nachfrage“-Knopf zu. Damit kann der Telearbeiter direkt bei seinem Teamleiter nachhaken. Der Chef soll nach der Idee der Potsdamer Design Thinker seinem Team auch Feedback per Video-Podcast geben können. Und mit einem „Social Ticket“, einer Art monatlichem Zeugnis per Telefonat, soll die Kommunikation zwischen Teleworker und Teamleiter intensiviert werden.

In ihrer Arbeit betreut wurde die interdisziplinäre Gruppe, zu der auch Friedrich Große-Dunker (TU München, Betriebswirtschaftslehre), Lars Straehler-Pohl (FU Berlin, Philosophie) und Nicole Weber (Uni Weimar, Mediengestaltung) gehörten, von Dipl.-Ing. Daniel Rother.

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