Hasso-Plattner-Institut
 

15.07.2010

Potsdam. Das Internet ist überall, aber anfassen kann man es nicht. Auch deshalb stehen viele Menschen dem Nutzen der Web-Technologien immer noch skeptisch gegenüber. Ein Team aus sechs Studierenden der School of Design Thinking des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat nun eine innovative Lösung entwickelt, um die wichtigsten Dienste des Internets im Wortsinn „begreifbar“ zu machen. Projektpartner des interdisziplinären Teams war die Deutsche Telekom AG. Sie will eine solche Lösung in ihren Telekom-Shops in Deutschland einsetzen. Das Ergebnis wurde der Öffentlichkeit am 16. Juli präsentiert – bei der Verabschiedung der Absolventen des dritten Jahrganges an der HPI School of Design Thinking.

„Zentrales Problem ist, dass vielen Telekom-Kunden die Internetdienste, die das vernetzte Leben ermöglichen, nicht vertraut sind“, erklärte Katrin Dribbisch, Mitglied des Design Thinking-Teams. Die junge Innovatorengruppe schuf deshalb ein Erlebnis, das den Kunden die Möglichkeit gibt, den Nutzen des vernetzten Lebens für sich zu entdecken. Dabei stehen Alltagsgegenstände für die abstrakten Internetdienste.

Das Ergebnis ist ein Gegenstand für die Telekom-Läden, der zum Anfassen einlädt: ein echter, aber gebraucht aussehender Reisekoffer. Ausgestattet ist er zum Beispiel mit Videokassetten, CD’s und Papierabzügen von Fotografien. Dieser Koffer steht stellvertretend für das Webangebot der Deutschen Telekom AG, das MedienCenter. Seine Funktionen werden von den im Koffer befindlichen Gegenständen symbolisiert: Die Kassette etwa versinnbildlicht die Online-Video-Bibliothek, die Papierbilder das integrierte Online-Fotoalbum. „Die Kunden sollen das MedienCenter wie einen Koffer wahrnehmen, den sie immer dabei haben und der mit persönlichen Dingen gefüllt ist. Auch das MedienCenter ist ja ein ständiger Begleiter“, sagte Dribbisch.

In mehreren Geschäften hatte das studentische Innovatorenteam beobachtet, dass viele Kunden Touchscreens noch nicht nutzen. „Das liegt daran, dass Menschen Berührungsängste haben und fürchten, es könne etwas kaputt gehen. Unsere Koffer sind bereits gebraucht, die Gegenstände sind vertraut, man darf und soll sie anfassen“, so die Studentin der Innovationsschule am Hasso-Plattner-Institut. Begleitet wurde das Team von Diplom-Designerin Lena Marbacher (Universität der Künste, Berlin) und Prof. Dr. Christoph Latteman, Professor für Business Administration and Information Management an der Jacobs Universität Bremen.

 

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