Hasso-Plattner-Institut
 

04.03.2013

Hannover/Potsdam - In der sich rasant entwickelnden Informationstechnologie stets auf dem Laufenden bleiben - dieses Bedürfnis hilft das Potsdamer Hasso-Plattner-Institut (HPI), Deutschlands Elite-Schmiede für IT-Ingenieure, mit openhpi.de zu stillen. Die gerade gestartete Internetplattform wird im CeBIT lab (Halle 9, Stand A34) vorgestellt. Sie funktioniert wie ein soziales Bildungsnetzwerk und bietet kostenlose offene Online-Kurse an. Jeder CeBIT-Gast kann sich dafür registrieren und erhält auf der Messe einen individuellen Studierendenausweis plus Schlüsselband. CeBIT-Vorstand Frank Pörschmann wird sich am Mittwoch, 6. März, um 13.35 Uhr am HPI-Stand auf der CeBIT einschreiben. Sein besonderes Interesse: Der laufende Kurs, der in die Technik der semantischen Suche im Internet einführt.

Die Nutzer von openHPI werden sowohl in die Grundlagen der Informatik eingeführt - etwa in Aufbau und Wirkungsweise komplexer IT-Systeme, die Sicherheit in der Informationstechnologie und den Schutz der Privatsphäre in der digitalen Welt - als auch mit ganz aktuellen Entwicklungen und Innovationen wie Semantic Web oder Multicore und Cloud Computing vertraut gemacht. Stets fließen frische Forschungsergebnisse ins Tele-Teaching der HPI-Professoren ein.

Auch das Feedback der Lernenden aus der Wirtschaft hilft, die offenen, jeweils über zwei Monate laufenden Online-Kurse permanent praxisgerecht zu optimieren. Zugangsvoraussetzungen gibt es für openhpi.de nicht. Kurssprachen sind Deutsch und Englisch. Auch technische Laien sollen den Stoff verstehen können - so die Ambition der Potsdamer Wissenschaftler.

Pro Kurswoche sind in der Regel drei bis sechs Stunden ernsthafte Beschäftigung einzukalkulieren - für das Anschauen der Lehr-Videos, das Durcharbeiten der Lese-Materialien, die Kontrolle des eigenen Lernfortschritts über die bereitgestellten Selbsttests und die aktive Teilnahme an den Diskussionsforen. Bei erfolgreich absolvierter Abschlussprüfung - sie wird ebenfalls online durchgeführt - erhalten die Mitwirkenden ein Zertifikat des renommierten Instituts an der Universität Potsdam. Auf www.openhpi.de können sich Interessenten jederzeit registrieren, im Archiv bisheriger Kurse stöbern und Informationen über zukünftige Angebote erhalten.

Den ersten offenen Online-Kurs hatte das HPI Anfang September 2012 angeboten, geleitet von Institutsstifter und Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner. Er konnte nach acht Wochen Kursdauer eine positive Bilanz ziehen. "Von verschiedenen Orten in der Welt aus habe ich mich an den Diskussionen unter den über 13.000 Teilnehmern beteiligt. Die Zusammenarbeit der Studierenden untereinander und deren Interaktion mit dem Team aus Lehrenden hat viel Freude gemacht", sagte Plattner. Der SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsvorsitzende hatte in eine am HPI erforschte neue Datenbanktechnologie eingeführt - das In-Memory Data Management. Die Teilnehmer des Plattner-Kurses stammten aus über 100 Ländern. Über 3.000 beteiligten sich regelmäßig an den Übungen und Diskussionen, 2.132 bekamen die erfolgreich absolvierte Abschlussprüfung mit einem Zertifikat des renommierten Instituts für Softwaresystemtechnik bescheinigt. "Das war für uns eine spannende, neue Aktivität und ich bin froh, dass alles gut lief und viel Interaktion erzeugte", sagte Plattner, der am HPI das Fachgebiet leitet, welches die In-Memory-Technologie erforscht und Prototypen für Anwendungen entwickelt.

Am zweiten Online-Kurs auf www.openhpi.de, gestartet am 5. November 2012, beteiligten sich Interessenten aus 58 Ländern. Sie ließen sich von HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel in die technische Funktionsweise des Internets einführen - in deutscher Sprache. 2.700 Lernende nahmen intensiv teil, 1.662 bekamen den erfolgreichen Abschluss per Zertifikat bestätigt. Seit Anfang Februar läuft ein englischer Online-Kurs zum Thema Semantic Web.

Gewissermaßen das "Rückgrat" der neuen Internet-Bildungsplattform openhpi.de bildet ein Reservoir an aktuellen "E-Lectures", die das Institut schon seit vielen Jahren auf seinem klassischen Tele-Teaching-Portal www.tele-task.de anbietet. Dort stehen mittlerweile viele tausend Video-Aufzeichnungen kompletter Vorlesungen und Video-Podcasts mit einzelnen Vorlesungsabschnitten zur Ansicht bereit. Sie zeigen zusätzlich zum Vortragenden auch dessen jeweilige Laptop- oder Tafel-Präsentation. Zusätzlich gibt das Hasso-Plattner-Institut aber auch über iTunes U jedem die Möglichkeit, aktuelle IT-Lernstoffe nach individuellem Bedürfnis auszuwählen, auf den Computer herunterzuladen und auf mobilen Geräten abzuspielen. Auf http://itunes.hpi.uni-potsdam.de sind ebenfalls mehrere tausend Kurz-Videos zu Themen der Informationstechnologie verfügbar.

openHPI: Vorbild sind Massive Open Online Courses (MOOC)

Die neue Internet-Bildungsplattform openhpi.de des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik an der Universität Potsdam (HPI) bietet kostenlose, frei zugängliche Onlinekurse für sehr viele Teilnehmer an. Die Inhalte beschäftigen sich mit Fragen der Informationstechnologie und Informatik. openHPI folgt dem Beispiel der "Massive Open Online Courses", wie sie seit 2011 zunächst von der Stanford University, später aber auch von anderen Elite-Universitäten der USA angeboten wurden. Im Unterschied zu "traditionellen" Vorlesungsportalen werden bei openhpi.de Kurse angeboten, die einem festen, zweimonatigen Zeitplan folgen - mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texte, Selbsttests, regelmäßige Hausaufgaben und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einer sozialen Plattform, auf der sich die Teilnehmer mit den Kursbetreuern und anderen Teilnehmern austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können. Die Teilnehmer entscheiden selbst über Art und Umfang ihrer Aktivitäten. Sie können in den Kurs eigene Beiträge einbringen, zum Beispiel durch Blogposts oder Tweets, auf die sie im Forum verweisen. Andere Lernende können diese dann kommentieren, diskutieren oder erweitern. So werden Lernende, Lehrende und die Inhalte in einem sozialen Lernnetzwerk miteinander verknüpft.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an - ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 450 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung - in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze.

 

Hinweis für Redaktionen:
Umfassende Informationen (Texte und Illustrationen) zu sämtlichen auf der CeBIT präsentierten Themen und Exponaten des HPI finden Sie auf der Website des Instituts: www.hpi.uni-potsdam.de/cebit.

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