Hasso-Plattner-Institut
 

02.09.2014

Pressemitteilung

HPI-Studenten vereinfachen die Vermittlung möblierter Wohnungen

Potsdam. Ein Internetmarktplatz, der Studenten und Praktikanten das Finden oder Untervermieten einer möblierten Bleibe erleichtert - mit dieser Geschäftsidee sind drei Studenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) als Jungunternehmer in den Markt gestartet. Beim dritten Businessplanwettbewerb des Instituts und des Wagniskapitalfonds Hasso Plattner Ventures (HPV) kam das studentische Gründer-Trio Benedikt Scholz (25), Jan Hase (24, beide aus Berlin) und Arkadi Jampolski (21) aus Osnabrück in die Finalrunde, an der drei Teams teilnehmen durften.

„Mit unserer Lösung werden wir dem Mieter und Vermieter hundert Prozent Sicherheit bieten“, sagt Teamleiter Scholz. Er ist Absolvent der HPI School of Design Thinking. Häufigste Probleme bislang: Zum Mieten muss der Student schon vor seinem Auslandsaufenthalt eine Anzahlung leisten, aber manchmal existiert die gebuchte Wohnung in Wirklichkeit gar nicht. Auf der anderen Seite haben Vermieter das Risiko, auf Schäden an den Möbeln oder der Wohnung sitzen zu bleiben, wenn der Verursacher nicht mehr zu erreichen ist.

Hier setzt das Gründer-Trio mit seinem Internetmarktplatz www.rooming.eu an. Derzeit arbeiten die studentischen Jungunternehmer an einem Update ihrer Webseite, das den Schutz für Vermieter und Mieter weiter verbessert. Den bisherigen Prototypen für Markttests hatte eine indische Softwarefirma erstellt. Mit diesem Prototyp konnte der Markt getestet werden. Zunächst wollen sie sich die drei Entrepreneure auf Europa konzentrieren und dort mit Universitäten kooperieren.

„Hochschulen verstärken derzeit ihre internationalen Beziehungen und ermöglichen damit ihren Studenten Auslandssemester an Partneruniversitäten weltweit. Dies führt auch dazu, dass immer mehr ausländische Studenten an europäische Universitäten kommen und dort zum Beispiel für sechs Monate eine möblierte Unterkunft benötigen“, sagt Scholz. Als Vorteile des neuen Internetmarkplatzes nennt er, dass die Nutzung für die Universitäten kostenfrei sei und der Aufwand bei der Unterbringung der internationalen Studierenden vermindert werde. Rooming finanziert sich dabei durch ein erfolgsorientiertes Provisionsmodell.

Kürzlich ist das Startup-Team bereits unter mehr als 500 Bewerbern erfolgreich gewesen und arbeitet nun bis Dezember als eine von acht Gruppen im Microsoft Ventures Accelerator Berlin. „Doch mit sicherer Wohnungsvermittlung hören wir nicht auf“, betont Scholz. „In Zukunft werden wir weitere Dienstleistungen anbieten, damit sich Studenten bei einem Auslandsaufenthalt von Beginn an zuhause fühlen“.

Hintergrund Businessplan-Wettbewerb

Das Hasso-Plattner-Institut hat Erfolg damit, mehr Studenten für eine Karriere als Unternehmer zu interessieren: 18 Teams von Studierenden und Doktoranden haben im Sommersemester 2014 an dem zum dritten Mal veranstalteten Businessplan-Wettbewerb teilgenommen. Drei Teams kamen in die Endrunde des Wettbewerbs um die kreativste und erfolgversprechendste Geschäftsidee. Die Wettbewerbsjury aus den Geschäftsführern des Hasso-Plattner-Instituts und des Wagniskapitalfonds Hasso Plattner Ventures (HPV) sowie externer Fachleute wählte daraus das Siegerteam aus. Zur Gründung eines eigenen Unternehmens erhalten die angehenden Jungunternehmer Startkapital und Sachunterstützung im Wert von insgesamt rund 100.000 Euro.

In der Summe enthalten sind zum Beispiel Gründerstipendien des HPI für die Zeit nach Abschluss des Studiums sowie Startkapital und Unterstützung durch Geschäftsräume und Coaching. Diese stellt der Wagniskapitalfonds HPV den siegreichen studentischen Jungunternehmern in spe bereit. Alle Maßnahmen haben eine Laufzeit von einem Jahr. Der Wettbewerb wird von Deutschlands Elite-Schmiede für IT-Ingenieure gemeinsam mit dem Wagniskapitalfonds HPV ausgerichtet. Am Hasso-Plattner-Institut rundet er das Ausbildungsangebot im Bereich IT-Entrepreneurship ab.

Mit solchen zusätzlichen Anreizen will das Institut den Kreis junger Start-up-Unternehmen rund ums HPI nachhaltig ausweiten und das Land wirtschaftlich voranbringen. Seit der Aufnahme des Lehrbetriebs im Jahr 1999 haben HPI-Studierende bereits mehr als 30 Unternehmen gegründet und den Sprung in die Selbständigkeit gewagt. Die Kombination aus praxisnaher universitärer Ausbildung und eingebundener Entrepreneurship-Förderung am HPI ist einzigartig und lässt die jungen Talente in Potsdam doppelt profitieren.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 470 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet pro Jahr 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen neun Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.