Hasso-Plattner-Institut
 

06.07.2015

Pressemitteilung

HPI-Studenten beschleunigen die tägliche Programmier-Arbeit

Potsdam. Bachelorstudenten des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben neue Softwarekonzepte entwickelt, die das Programmieren durch intelligente Code-Vorschläge erleichtern. Die Lösung beschleunigt den Programmierprozess und beugt Fehlern vor. Die drei HPI-Studenten stellten ihr Ergebnis beim „Bachelorpodium“ am 6. Juli vor, zu dem rund 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

„Programmierer stehen ständig vor der Herausforderung, ihnen unbekannte Programmbausteine einzubinden, die sie nicht selber geschrieben haben. Sie müssen sich deren Verwendung mitunter mühsam aus Dokumentationen, Internetforen oder anderen Wissensquellen aneignen“, erläuterte Teammitglied Daniel Stolpe. Das koste Zeit und senke die Produktivität, vor allem wenn kaum oder keine Informationen auffindbar sind.

Der HPI-Student verglich das mit dem Erlernen einer Fremdsprache. „Sie kennen die grundlegende Grammatik, wissen aber manchmal einzelne Worte nicht oder wie man bestimmte Wortkombinationen am sinnvollsten verwendet. So geht es auch denen, die sich in neue Programmierumgebungen einarbeiten“, erklärte Stolpe. Die von den HPI- Studenten entwickelte Software namens Nemo setzt hier an und erleichtert das Einarbeiten.

Die entwickelte Lösung greift auf das Wissen anderer Programmierer zurück, die sich Kenntnisse über die Verwendung der Programmbibliotheken bereits angeeignet haben. Dies umfasst die Analyse des Quelltextes bestehender Programme und typischer Programmiermuster, die dann als Vorschläge verwendet werden können. „Mit unserem Ansatz wollen wir die fehlerhafte Verwendung von Programmierbausteinen vermeiden und damit die Einarbeitung beschleunigen“, fasste Stolpe die Vorteile zusammen.

Betreut wurden die Studenten von Prof. Robert Hirschfeld, Leiter des HPI- Fachgebiets Software-Architekturen, den wissenschaftlichen Mitarbeitern Tim Felgentreff, Jens Lincke und Marcel Taeumel sowie Projektpartner Ted Kaehler vom Viewpoints Research Institute in Los Angeles.

Bachelorpodium – Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das Bachelorpodium des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI in der Regel gegen Ende des Sommersemesters die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang – von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern angeleitet – größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus dem In- und Ausland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen zehn Fachgebieten des IT-Systems Engineering, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.