Hasso-Plattner-Institut
 

06.07.2015

Pressemitteilung

HPI-Studenten erleichtern Managern die effiziente Planung von IT-Projekten

Potsdam. Bachelorstudenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben ein Werkzeug zur Analyse von Softwaresystemen weiterentwickelt, das IT- Manager bei der effizienteren Steuerung von Projekten unterstützen soll. Die sechs HPI-Studierenden schufen das 3D-Visualisierungswerkzeug gemeinsam mit der Potsdamer Software Diagnostics GmbH. Das Ergebnis präsentierten sie am 6. Juli auf dem „Bachelorpodium“ des HPI mehr als 200 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft.

„Softwaresysteme müssen gewartet, aktualisiert und angepasst werden. Da Software aus mehreren Millionen Quelltextzeilen besteht, ist es schwer für Entwickler, Projektleiter und insbesondere Manager, den überblick zu behalten und gute Entscheidungen für den Entwicklungsprozess zu treffen“, erklärte Jennifer Stamm, Sprecherin des Projektteams. Nach ihren Worten gibt es zwar ähnliche Visualisierungswerkzeuge, aber deren Darstellungen lenkten den Fokus nicht automatisch auf die für Manager wichtigen Aspekte.

„Oft zerstreut eine hohe visuelle Komplexität die Aufmerksamkeit und ein Betrachter wird leicht von dem hohen Informationsgehalt überfordert“, stellte Stamm fest. Die bisherige statische Darstellung passe sich nicht an die wechselnden Anforderungen des nötigen Austauschs zwischen Manager und Entwicklern an, kritisierte ihr Team. Das von den Studierenden vorgestellte verbesserte Werkzeug erlaubt nun, wichtige Aspekte der Software intuitiver zu verstehen und schneller zu analysieren. So können Manager problematische Entwicklungen frühzeitig erkennen und durch gezielte Planung entgegenwirken. „Um das Augenmerk auf potenzielle Probleme zu lenken, markieren wir statistische Ausreißer durch farbliche oder geometrische Hervorhebungen“, erläuterte Teammitglied Alexander Popiak eine Funktion des weiterentwickelten Visualisierungswerkzeuges.

Das Projektteam betreute Prof. Jürgen Döllner, Leiter des HPI-Fachgebiets „Computergrafische Systeme“. Das Fachgebiet beschäftigt sich unter anderem mit der Visualisierung der statischen Struktur, der Abhängigkeiten sowie des Laufzeitverhaltens von Softwaresystemen.

Bachelorpodium – Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das Bachelorpodium des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI in der Regel gegen Ende des Sommersemesters die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang – von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern angeleitet – größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus dem In- und Ausland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen zehn Fachgebieten des IT-Systems Engineering, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.