Hasso-Plattner-Institut
 

11.10.2016

Pressemitteilung

Experten für digitale Bildung wollen Wanka-Plan um "Schulcloud" ergänzen

Bundesbildungsministerin Johanna Wanka will einem Zeitungsbericht zufolge am Mittwoch den Plan für einen "Digitalpakt#D" zwischen Bund und Ländern vorstellen. Alle 40.000 Schulen in Deutschland sollen demnach in den nächsten fünf Jahren mit Computern und WLAN ausgestattet werden. Ein längst notwendiger, aber noch lange nicht hinreichender Schritt, finden Experten. Sie arbeiten intensiv - mit Unterstützung des Wanka-Ministeriums und einem Netzwerk exzellenter Schulen (MINT-EC) - bereits an einer deutschen "Schulcloud". Diese interaktive Lern- und Lehr-Infrastruktur soll es Schülern, Lehrern und Eltern erleichtern, über das Internet jederzeit und überall auf Inhalte der Schulbildung zuzugreifen. Das spart Zeit und Kosten. Denn Schulen brauchen keine eigenen Rechner mehr anzuschaffen, keine Netzwerke installieren, konfigurieren oder administrieren. Es genügen vielmehr Internetzugang, Webbrowser und jeweils ein simples Eingabegerät, um mit einer entsprechenden Berechtigung aktuellste Inhalte für alle Fächer aus dem Netz zu ziehen und sie im Unterricht, zu Hause oder unterwegs verarbeiten zu können.

"Es gibt viele gute Gründe, die für die Einrichtung einer Schulcloud sprechen", so Professor Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und Leiter der IT-Gipfel-Arbeitsgruppe "Digitale Bildungsplattformen: Innovationen im Bildungsbereich". Schulen, Schüler, Lehrer und Eltern würden davon immens profitieren. "Vor allem aber kann mit der Schulcloud der Unterricht in allen Fächern durch digitale Inhalte bereichert werden und Schüler haben vom Smartphone oder Tablet jederzeit und von überall darauf Zugriff."

Auf dem nationalen IT-Gipfel im kommenden Monat in Saarbrücken soll Kanzlerin Angela Merkel ein allererster Prototyp der Schulcloud vorgeführt werden - als Muster für eine noch viel weiterreichende Lösung: die Bildungscloud für ganz Deutschland. Einzelheiten kann man bereits auf der Website des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) finden: https://hpi.de/open-campus/hpi-initiativen/schulcloud. Am HPI hatte vor zehn Jahren der erste Nationale IT-Gipfel stattgefunden.  

Das sind, kurz zusammengefasst, einige Vorteile der "Schulcloud":

  • Zugang zu Lern- und Lehrmaterialien jederzeit und überall
  • Keine teuren Computerkabinette mehr notwendig
  • Keine aufwendige Wartung von Hard- und Software durch Lehrer
  • Lehrer und Schüler nutzen immer Hard- und Software auf dem neusten Stand der Technik
  • Digitale Medien sind auf Grund professioneller Wartung sicher
  • Der Markt für hochwertige digitale Lern- und Lehrangebote wird belebt
  • Digitale Lern- und Lehrangebote können direkt von Nutzern bewertet werden
  • Lehrer und Schüler werden zum autonomen Lernen angeregt
  • Jeder (auch Schüler) kann eigene Lernangebote, etwa zur Nachhilfe, bereitstellen
  • Schulen können die Qualität des Unterrichts steigern und gleichzeitig Kosten reduzieren
  • Lästiges Bücherschleppen ist Vergangenheit

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zwölf HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen zehn IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.