Hasso-Plattner-Institut
 

So wird die S-Bahn-Fahrt smart: HPI hilft Kunden durch Sofort-Analyse von Twitter-Einträgen

Millionen von Menschen nutzen täglich den öffentlichen Personennahverkehr. Sie ärgern sich, wenn plötzliche Störungen im Ablauf ihre Reisepläne aus dem Takt bringen. Ein "S-Bahn Analyzer" des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) soll Kunden künftig durch blitzschnelle Analyse vieler Einträge im Kurznachrichtendienst Twitter helfen, sich auf Unregelmäßigkeiten besser einstellen zu können. Auf der CeBIT 2016 stellt das HPI die Lösung vor. 

Ein "S-Bahn Analyzer" soll Kunden künftig durch Analyse vieler Einträge im Kurznachrichtendienst Twitter helfen, sich auf Unregelmäßigkeiten besser einstellen zu können. (Quelle: HPI)

Mithilfe der Technologie für Höchstgeschwindigkeits-Datenbanken – dem In-Memory Data Management – analysieren HPI-Wissenschaftler Twitter-Einträge über S-Bahn-Linien und Bahnhöfe, verknüpfen diese und errechnen Prognosen. Der S-Bahn-Analyzer kann zudem jederzeit in Live-Statistiken anzeigen, was die häufigsten Arten von Vorfällen sind und zu welchen Tageszeiten welche Ereignisse für welche Linien besonders oft gemeldet werden. So können sich Fahrgäste angesichts der jeweiligen Situation auf die Wahl der Route und des Verkehrsmittels einstellen.

Entwickelt haben den S-Bahn-Analyzer Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts, in dem sie Angaben zur Berliner S-Bahn auf Twitter auswerteten. Die Analyse von mehr als 20.400 Tweets in der Zeit seit Mitte 2013 ergab bisher: Gut die Hälfte gibt Hinweise auf Ereignisse im Betriebsablauf. Meistens handelt es sich um Ausfälle oder Verspätungen von Zügen. Am häufigsten genannter Grund ist der "Polizeieinsatz" mit mehr als 600 Nennungen, gefolgt von "Notarzteinsatz" (über 400 Mal).