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14/01 - Internet-Nutzung wird durch neues

Prognose-Modell schneller gemacht

Trierer Forscher sorgt für kürzere Antwortzeiten

Trier. Ein Wissenschaftler des Instituts für Telematik hat eine mathematische Methode entwickelt, um die bevorstehende Nutzung von Internet-Seiten vorherzusagen. Dadurch könnten Wartezeiten beim Aufruf von Inhalten im weltweiten Computernetz erheblich vermindert werden, sagte der Trierer Informatiker Dr. Ernst-Georg Haffner (34) bei der Vorstellung seines Verfahrens.

Auf Basis der mathematisch berechneten Nutzungswahrscheinlichkeit werden Server im Internet künftig in der Lage sein, aufwendige Rechenoperationen und Datenübermittlung bereits vorzunehmen, bevor der Anwender überhaupt die Seiten abruft. "Der einzelne Internet-Nutzer hat dann den Vorteil kürzerer Antwortzeiten, ohne dass andere Teilnehmer gleichzeitig Leistungseinbußen hinnehmen müssten", betonte Haffner, der jetzt mit einer Doktorarbeit zum sogenannten "Request Prediction"-Verfahren an der Universität Trier promovierte. Ferner sei es möglich, dass ein Computer bestimmte Daten schon abhole, bevor der Anwender mit seiner eigentlichen Internet-Sitzung beginne.

Das Modell des Trierer Telematik-Spezialisten bezieht in die Vorausberechnung der Internet-Nutzung unter anderem Zufälligkeits-Faktoren, mittlere Anforderungshäufigkeiten, Umfang und Anteil von teilweise vorhersagbaren Elementen einer Benutzersitzung sowie Kostenaspekte ein. Auch der Zeitablauf und das Altern von Datensätzen gehen in das Verfahren zur Prognose des Abrufs von Internet-Inhalten ein. Dr. Ernst-Georg Haffner fand zudem heraus, dass die "Request Prediction" mathematisch und methodisch erstaunliche Gemeinsamkeiten hat mit der automatischen Erzeugung von Vorschlägen zur sogenannten "Verlinkung" von Internet-Inhalten durch Redaktionssysteme.

Das Internet ist Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Trierer Instituts für Telematik. Die als eingetragener Verein verfasste gemeinnützige und universitätsnahe Einrichtung ist in ihrer Ausrichtung in Deutschland einmalig. Nach nur drei Jahren Arbeit kann sie schon auf zwei Patente, drei Promotionen und 70 Fachbeiträge zu internationalen Konferenzen verweisen. Unter der Leitung von Professor Christoph Meinel (47) entwickelt das mit der Fraunhofer-Gesellschaft verbundene Spitzenforschungs-Institut anwenderfreundliche und praxistaugliche Hightech-Lösungen.