Hasso-Plattner-Institut
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25.06.2013

„Seien Sie respektvoll zu Menschen und nur in der Sache hart“, wirbt René Borbonus in seinem Plädoyer für Respekt, einer fast vergessenen Tugend. Diesen Wert wieder ins Gedächtnis zu rufen, war die Intention des letzten Soft-Skills-Kolloquiums des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) im Sommersemester 2013. Respekt mache erwiesenermaßen ein Unternehmen produktiver und Mitarbeiter gesünder. Somit ist der respektvolle Umgang miteinander auch ein spannendes Thema für die angehenden IT-Ingenieure des HPI, die später einmal in verantwortungsvoller Position arbeiten oder gar ein eigenes Unternehmen führen sollen.

Fast alle Firmen schreiben sich in ihr Leitbild, dass ihnen Respekt wichtig sei. Dennoch stellt Borbonus fest: „Der Alltag steckt voller Respektlosigkeiten.“ Probleme würden beispielsweise bagatellisiert, was einem Nichternstnehmen gleiche. Es würden vorwurfsvolle Fragen gestellt, bei denen eine Antwort nicht erwünscht sei. Oder es würde bei so genannten „Mitarbeiter-des-Monats-Aktionen“ verglichen, wer besser gearbeitet hätte. Allerdings sei man sich seiner verletzenden oder respektlosen Art manchmal selbst nicht bewusst und wäre aus Versehen respektlos. „Aber so, wie wir angesprochen werden, so sprechen wir zurück. Und man bekommt nur mehr Respekt, indem man respektvoll mit anderen Menschen umgeht“, erklärt Borbonus.

Fremde und eigene Emotionen managen

Entwickle man in einer Situation ein starkes Gefühl wie große Wut, Zorn oder Ärger auf sein Gegenüber, solle man sich kurz hinterfragen, welche Absicht derjenige verfolgt. „Stellt man dabei fest, dass die Situation ohne Absicht herbeigeführt wurde, verraucht die Wut schnell wieder. Nachdenken ändert die Richtung eines Gefühls“, so beschreibt Borbonus die kognitive Reaktion auf Emotionen. Physiologisch hänge Wut immer mit körperlicher Anspannung zusammen. Deswegen sorge man bei Wut am besten für Entspannung. Dafür würden sich bequeme Sessel eignen. Oder man atme einmal tief ein, denn Anspannung führe auch zu flacher Atmung. Wichtig für Führungskräfte und Unternehmer sei auch zu wissen, wie das Gefühl der Freude im Team kultiviert werden könne. Denn Freude hat Suchtpotenzial und motiviere immer wieder.

Weitere Informationen:

  • HPI Soft-Skills-Kolloquium