Hasso-Plattner-Institut
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30.09.2005

Potsdam/Palo Alto. Wissenschaftsmäzen Prof. Hasso Plattner hat mit der Stanford University die Einrichtung eines neuen Instituts vereinbart, in dem Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen gemeinsam nutzerfreundliche Innovationen entwickeln sollen. Es wird vom SAP-Mitgründer und -Aufsichtsratsvorsitzenden mit 35 Millionen US-Dollar ausgestattet, "Hasso Plattner Institute of Design" heißen und zur "School of Engineering" der Stanford University im "Silicon Valley" gehören. Die feierliche Eröffnung fand dort am Montag, 3. Oktober, statt.

"Das Institut wird durch Forschung und Lehre dafür sorgen, dass in interdisziplinär arbeitenden Teams stärker erfinderisch gedacht wird. Diese Projekt-Gruppen sollen Innovationen hervorbringen, die einen noch höheren Nutzen für den Menschen haben als bisher und drängende Probleme in Wirtschaft und Gesellschaft lösen", erklärte Prof. Hasso Plattner. Es gehe um die Ausbildung von Personen, die in Entwurfs- und Entwicklungsprozesse ein besonders hohes Innovations-Potenzial einbringen sollen.

1998 hatte Deutschlands wohl bedeutendster privater Wissenschaftsförderer bereits ein Institut in Potsdam gestiftet. Das "Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik", das der Stifter über einen Zeitraum von 20 Jahren mit mittlerweile mehr als 200 Millionen Euro ausgestattet hat, soll von der Zusammenarbeit mit dem neuen Institute of Design in Stanford besonders profitieren. So ist neben dem Austausch von Studenten und Wissenschaftlern auch ein jährlich stattfindender Workshop in Deutschland geplant zum Thema "Erfinderisches Entwickeln" (Design Thinking). Ebenso sollen über die Achse Potsdam - Palo Alto renommierte deutsche Unternehmen in gemeinsame internationale Entwicklungs-Projekte eingebunden werden. Mit Hilfe moderner Tele-Teaching-Techniken soll die Durchführung solcher Projekte auf beiden Seiten des Atlantiks erleichtert werden. Außerdem ist ein Austausch von Lehrinhalten und anderen Materialien vereinbart.

"Als jemand, der die Entwicklung modernster Unternehmens-Software fördert, weiß ich, dass Design beim Nutzer anfangen muss. Man geht zum Kunden und taucht in seine Unternehmenskultur und seine Geschäftsprozesse ein. Nur so bekommen Entwickler ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der Anwender", sagte Plattner. Er rief die Unternehmen in aller Welt auf, durch Konzentration auf die Kundenbedürfnisse noch innovativer zu werden. Dabei werde das Institut in Palo Alto helfen.

Hinweise für Redaktionen:

Das "Hasso Plattner Institute of Design" baut auf einer bislang "d.school" (d für Design) genannten Einrichtung an der Universität Stanford auf. Geleitet wird das Institut - wie bisher schon die "d.school" - von Professor David Kelley, dem Gründer der legendären Design-Firma IDEO. Die "d.school" betrieb seit 2003 an der Stanford University mehrere Klassen, in denen Studenten, Professoren und Mitarbeiter von privaten und öffentlichen Institutionen einen neuartigen Ansatz engster Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen erprobten: Experten aus den Bereichen Ingenieurwesen, Ausbildung, Sozialwissenschaften und Wirtschaft entwickeln auf den Feldern, wo sich ihre Fachgebiete überschneiden, innovative Produkte und Dienstleistungen. Gemeinsam werden Lösungen für komplexe, drängende Probleme der Zeit gefunden. Beispielsweise wurde für den Einsatz in Entwicklungsländern eine besonders preiswerte und robuste Leuchtdioden-Lampe entwickelt, die sich tagsüber mit Sonnenenergie auflädt und nachts sehr lange helles Licht abgibt. Ein Spin-off-Unternehmen der "d.school" testet seit einiger Zeit die neu entwickelte LED-Lampe im Feldversuch in Indien.

Das "Hasso Plattner Institute of Design" im Silicon Valley ist in dem 4.400 Quadratmeter Nutzfläche bietenden Peterson-Gebäude mitten auf dem Campus der Stanford University untergebracht. Um die besonderen Ansprüche des neuen Instituts an offene, flexible Umgebungen für kreative Zusammenarbeit zu erfüllen, wird das Gebäude komplett umgebaut.

In Potsdam-Babelsberg, unmittelbar neben Hasso-Plattner-Institut und Filmpark, lässt Prof. Plattner derzeit eine Villa mit rund 5.000 Quadratmetern Nutzfläche umbauen. Dort wird Anfang 2006 "HassoPlattnerVentures" einziehen, ein im Juni 2005 gestartetes kommerzielles Projekt, das einen Firmen-Inkubator mit einem Venture Capital Fonds kombiniert. In dem Potsdamer Gründerzentrum für junge IT-Firmen sollen junge Firmengründer unter Anleitung erfahrener Berater und mit Unterstützung durch Wagniskapital softwaregetriebene Produktideen "ausbrüten" und marktreif machen. Plattner legt für das Projekt einen Fonds auf, von dessen Kapitalausstattung mit über 50 Millionen Euro er mindestens die Hälfte beisteuert. Weitere institutionelle Investoren können sich mit mindestens jeweils fünf Millionen Euro engagieren.