Hasso-Plattner-Institut
Hasso-Plattner-Institut
  
Login
 

30.06.2010

Potsdam. Bachelorstudenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben erstmals eine Software zur Verknüpfung internationaler öffentlicher Regierungsdaten mit anderen freien Daten entwickelt. Die sieben Studenten arbeiteten dafür in einem Projekt zehn Monate lang mit dem IT-Unternehmen IBM zusammen. Das Ergebnis präsentierten sie am 2. Juli beim Bachelorpodium ihres Instituts, zu dem gut 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

Das Projektteam sammelte und integrierte sowohl Daten, die offiziell von der EU und den USA veröffentlicht wurden, als auch Daten aus freien Datenbanken wie Freebase. Letztere werden vor allem deswegen als „frei“ bezeichnet, weil Nutzer aus aller Welt Informationen hinzufügen und aktualisieren können. Dabei muss auch auf Zuverlässigkeit und Qualität der Daten geachtet werden. Dafür entwickelten die HPI-Studenten Mechanismen, mit denen die Gültigkeit von Informationen sichergestellt werden kann. Ziel war es, sowohl Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Politiker und deren Beziehungen zu Unternehmen zu untersuchen, als auch die Verwendung öffentlicher Gelder wie Subventionen transparenter zu machen.

„Ein solches System zur Extraktion und Verknüpfung von öffentlichen Daten hat es in diesem Bereich und diesem Umfang noch nie gegeben“, erklärte Projekt-Sprecherin Claudia Lehmann. Besonders vorteilhaft sei, dass allein durch die Verbindung vieler bereits vorhandener Daten ganz neue, vorher unbekannte Details sichtbar würden. "Wir können mit diesem integrierten Datensatz zahlreiche Beziehungen zwischen Personen, Unternehmen und Geldern erkunden", betonte Lehmann. Einsehbar sind die Ergebnisse in einer dafür eigens entwickelten Web-Anwendung namens „GovWild“ (Government Web Integration for Linked Data).

Da alle während des Projekts entstandenen Daten ebenfalls zur freien Verfügung stehen, bilden sie eine solide Grundlage für weitere Projekte im Bereich "Open Government Data". Erste Kontakte mit dem deutschen "Open Data Network" wurden bereits geknüpft. Betreut wurde die Bachelorprojektgruppe durch HPI-Professor Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Informationssysteme.

 

Diese Pressemitteilung als Download (.pdf)