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06.07.2015

Pressemitteilung

HPI-Studenten sorgen für Qualitätssicherung in Wikidata

Potsdam. Bachelorstudenten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) haben Werkzeuge entwickelt, die es ermöglichen, Fakten in der frei bearbeitbaren Wissensdatenbank Wikidata zu überprüfen. Das soll die Vollständigkeit und Korrektheit der Daten des rasant wachsenden Datenbestands sicherstellen. Ihre Lösung stellten die sechs HPI-Studenten am 6. Juli im „Bachelorpodium“ vor, zu dem gut 200 Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft nach Potsdam gekommen waren.

Das Ergebnis hatten die Informatiker zusammen mit dem Projektpartner Wikimedia Deutschland entwickelt, der Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. Deren Datenbank Wikidata enthält mittlerweile über 14 Mio. von Internetnutzern erstellte und gepflegte Artikel zu vielen Themen. Ein Ziel von Wikidata ist es, Schwesterprojekte wie Wikipedia mit diesen Daten zu unterstützen.

Zwei verschiedene Ansätze tragen zur Überprüfung der Daten bei: Zum Einen sind in Wikidata momentan 5.000 Regeln definiert, welche die Widerspruchsfreiheit von Daten sichern. Eine davon besagt, dass Ehepartner sich gegenseitig als solche angeben müssen. Eine andere Regel stellt sicher, dass bei Nennung des Sterbedatums einer Person auch deren Geburtstag angegeben sein muss. „Hier spürt unsere Software Verletzungen solcher Regeln auf, weist auf fehlende oder fehlerhafte Daten hin und hilft, sie zu korrigieren“, erläuterte Andreas Burmeister, Sprecher der Bachelorprojektgruppe.

Darüber hinaus zieht die Lösung der HPI-Studenten unter anderem auch Daten der Deutschen Nationalbibliothek zum Vergleich hinzu. „Diese Daten enthalten unter anderem Informationen zu 2,3 Millionen Personen der Zeitgeschichte, mit denen zum Beispiel Geburtsdaten und familiäre Beziehungen überprüft werden können“, sagte Burmeister.

Mit dem Ergebnis zeigte sich Lydia Pintscher, Produktmanagerin von Wikidata, sehr zufrieden: „Das Projekt der Studentengruppe ist ein wichtiger Baustein, um die Qualität der Daten in Wikidata zu sichern und gleichzeitig seine Offenheit zu bewahren“.

Die Projektgruppe wurde von HPI-Professor Dr. Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Informationssysteme, und Doktorandin Anja Jentzsch betreut.

Bachelorpodium – Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI

Das Bachelorpodium des Hasso-Plattner-Instituts gibt es schon seit 2005. Seitdem präsentieren die Bachelorstudenten des HPI in der Regel gegen Ende des Sommersemesters die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang – von Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern angeleitet – größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus dem In- und Ausland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zehn HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen zehn Fachgebieten des IT-Systems Engineering, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.