Hasso-Plattner-Institut
Prof. Dr. Jürgen Döllner
  
 

01.07.2008

Einsatz des Potsdamer Stadtmodells im Bauausschuss

Die Reaktivierung und Entwicklung von innerstädtischen Brachen ist ein zentrales Instrument zur Reduzierung der Flächenneuinanspruchnahme und wird als eines der Haupthandlungsfelder für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung gesehen. Ein Beispiel für die Aktivierung einer innerstädtischen Brachfläche ist die Speicherstadt in Potsdam. Obwohl für den seit 1990 brachliegenden Standort im Zentrum Potsdams seit Jahren Ideen und Konzepte für eine Nachnutzung vorgebracht werden, ist eine geordnete Neubebauung erst seit 2007 realisierbar.

Vor dem Hintergrund des Weltkulturerbestatus Potsdams und der damit verbundenen besonderen Sensibilität gegenüber Eingriffen an der Siedlungsstruktur, ist die Definition einer abgestimmten Raumstruktur für das Gesamtvorhaben dabei von besonderer Bedeutung. Deshalb wurde der aktuelle Masterplan Speicherstadt in das prototypische 3D-Flächeninformationssystem integriert und in der Bauausschusssitzung am 24 Juni 2008 zur visuellen Überprüfung von Bauvolumen und historischen Sichtachsen genutzt. In einer zweiten konkretisierenden Sitzung am 08 Juli 2008 für ein Teilgebiet der Speicherstadt wurden für festgelegte Beobachterstandorte Visualisierung von alternativen Höhenkonzepten genutzt, um eine grundsätzliche Einigung über das zukünftige Maß der baulichen Nutzung zu erzielen.

Der getroffene Beschluss dient als Grundlage für die Erarbeitung eines rechtsgültigen Bebauungsplanes und für weiteren Planungen. Durch den Einsatz des virtuellen 3D-Stadtmodells konnte dabei auf den zeit- und kostenintensiven Einsatz der Feuerwehr zur in-situ Simulation der Höhenkonzepte verzichtet werden.