Hasso-Plattner-Institut
  
 

03.09.2019

Pflegekräfte mit digitalem Assistenten entlasten - Startup-Idee gewinnt 100.000 Euro

HPI-Businessplan-Wettbewerb 2019

Sich selbstständig machen und ein eigenes Start-up großmachen – davon träumen viele Gründer. Der HPI-Businessplan-Wettbewerb unterstützt jedes Jahr Gründerteams mit mindestens einem HPI-Mitglied, auf ihrem Weg zum Erfolg mit einer Förderung von bis zu 100.000 Euro. In diesem Jahr gewann das Team „Medixflow“ mit der Idee, die aufwendige Dokumentation im Pflegesektor mit einem digitalen Assistenten zu automatisieren.

Gewinner des Businessplan-Wettbewerbs 2019
Die Zwillingsbrüder Fabio und Marcel Schmidberger (v.l.n.r) mit dem symbolischen Scheck über 100.000 Euro. (Foto: HPI/K.Herschelmann)

Pflegekräfte verwenden Rund 30 Prozent ihrer Arbeitszeit für die Dokumentation von Pflegemaßnahmen - Zeit, die als Konsequenz für die medizinische Versorgung und tatsächliche Pflege von Patienten fehlt. Mit der Idee, die aufwendige Dokumentation im Pflegesektor mit einem digitalen Assistenten zu automatisieren, konnte das Gründer-Team „Medixflow“ die Jury des 7. Businessplan-Wettbewerbs überzeugen und den Wettbewerb gewinnen.

Das Team der Zwillingsbrüder Marcel Schmidberger (21) und Fabio Schmidberger (21) sowie Erik Ziegler (21) gewannen, neben den personenbezogenen Stipendien im Umfang von bis zu 50.000€ auch ein Investmentangebot des HPI Seed Funds von 50.000€ und ein einjähriges Business-Coaching der HPI School of Entrepreneurship (E-School).

Der Wettbewerb wird jährlich von der E-School gemeinsam mit dem HPI Seed Fund organisiert. Die E-School unterstützt die Teams auch im Prozess bei der Entwicklung ihrer Gründungsidee.

„Durch den demographischen Wandel und Fachkräftemangel in der Pflege verschärft sich der Pflegenotstand in Deutschland zunehmend. Innovative Softwarelösungen können helfen, Pfleger zu entlasten und ihnen mehr Zeit für ihre Bewohner geben“,

so Fabio Schmidberger, Student an der Universität Stuttgart. HPI-Bachelorabsolvent und Zwillingsbruder Marcel Schmidberger ergänzt: „Der intelligente Einsatz von digitalen Assistenten im Pflegebereich kann zu erheblichen Zeiteinsparungen führen.“ Mit dem Gewinn möchten die Gründer erste Pilotprojekte in Pflegeheimen realisieren und sich Vollzeit um die Weiterentwicklung der Anwendung kümmern.

Insgesamt beteiligten sich 21 Gründerteams mit mindestens einem HPI-Mitglied an dem Wettbewerb. Drei hatten es nach mehreren Ausscheidungsrunden bis ins Finale geschafft.

„Wir möchten die Studierenden am HPI ermutigen und unterstützen, eigene Unternehmen zu gründen und werden unsere Entrepreneurship-Angebote in den kommenden Jahren noch weiter ausbauen“,

so HPI-Institutsdirektor und Jurymitglied Professor Christoph Meinel. Gemeinsam mit Nicolai Bohn (Managing Director HPI Seed Fund) und Jonas Witt (HPI-Alumnus und Serial Entrepreneur) beglückwünschte Meinel die Gewinner und überreichte einen symbolischen Scheck über 100.000 Euro.

Andere Geschäftsideen, die es in die Finalrunde schafften:

Gemedico: Die Geschäftsidee von Nils Blaumer (21) und David Matuschek (21) soll Teleradiologen bei Befunden von CT-/MRT- und Röntgenuntersuchungen unterstützen. Dies geschieht mithilfe von Künstlicher Intelligenz. So sollen Prozesse insofern optimiert werden, als dass eine reibungslose Schnittstelle zwischen Teleradiologien und Krankenhäusern entsteht, die eine schnelle und sichere Übertragung von Indikationen und Befunden ermöglicht.

CrashGuard: Die von Philipp Hommelsheim (31) und Tobias Waitschies (31) entwickelte Anwendung erkennt mithilfe von Sensordaten auf dem Mobiltelefon, dass ein Verkehrsunfall geschehen ist und setzt daraufhin automatisch einen Notruf ab. So sollen gesundheitliche Folgen minimiert werden. Weiterhin unterstützt die App auf Wunsch auch bei der weiteren Abwicklung des Unfalls – dies betrifft eine Kontaktaufnahme mit der Versicherung, aber auch die Werkstatt, einen Gutachter oder einen Dienstwagen.

Bildergalerie: Businessplan-Wettbewerb 2019