Hasso-Plattner-Institut
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CeBIT 2008

Das Hasso-Plattner-Institut stellte auf der CeBIT 2008 im Future Parc in der Halle 9 aus. Folgende Forschungsprojekte waren vertreten:

Design Thinking-Studenten leisteten Erste Hilfe gegen Technik-Frust

Das Hasso-Plattner-Institut präsentierte mit seiner "School of Design Thinking" auf der CeBIT täglich, wie mit der kreativen Methode des "Design Thinking" systematisch innovative IT-Lösungen entwickelt werden können, die sich an echten Bedürfnissen der Nutzer orientieren. Das zweisemestrige Innovations-Zusatzstudium wird seit Oktober in Potsdam angeboten. Vorbild ist die berühmte d.school der Stanford University in Palo Alto (Silicon Valley).

Innovationsprojekte für Audi und Siemens - zusammen mit Uni Stanford:

Das HPI stellte auch zwei Innovationsprojekte vor, die im Auftrag von Audi und Siemens in Zusammenarbeit mit der Stanford University im Silicon Valley bearbeitet werden. Federführend am HPI ist das Fachgebiet des Stifters Prof. Hasso Plattner.

"Master-Studenten aus Potsdam und Palo Alto arbeiten zum Beispiel für Audi zusammen an der Entwicklung von `smart handbooks´, neuartigen Fahrzeug-dokumentationen für Kunden und Käufer", berichtete Dr. Alexander Zeier, Plattners Vertreter in der Fachgebietsleitung. Für Siemens werde untersucht, wie Bedienkonzepte neuester Spielekonsolen (etwa "Nintendo Wii") im industriellen Umfeld eingesetzt werden können, z.B. im Bereich der Robotiksteuerung.

CeBIT-Besucher konnten live "bloggen" zur Zukunft der IT in Deutschland:

Im "IT-Gipfelblog" des HPI, dem Internet-Diskussionsplattform zwischen den nationalen IT-Gipfeln, hatten allen Messebesuchern die Möglichkeit, sich mit Ideen als "Blogger" live in die Debatte zur Zukunft des IT-Standorts Deutschland einzuschalten. Studentische Teams fingen zudem täglich Statements der CeBIT-Gäste ein und stellten sie als Video-Podcasts auf die Plattform www.it-gipfelblog.de.

Derzeit hat der Gipfelblog sieben Kooperationspartner. "Unterstützt wird das Forum des Meinungsaustausches über den IT-Standort Deutschland von der CeBIT, den Initiativen D21 und `Deutschland sicher im Netz´, der Gesellschaft für Informatik und ihrer Dienstleistungs-Tochter DLGI sowie vom Verein TeleTrust und dem Innovations Report", berichtet HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel. Insgesamt haben nach seinen Angaben seit dem Start im Sommer vergangenen Jahres gut 330.000 verschiedene Nutzer mehr als 600.000 Mal auf die vom Hasso-Plattner-Institut betriebene Online-Diskussionsplattform www.it-gipfelblog.de zugegriffen.

Daheim und unterwegs "lernsehen" - per iPod oder IP-TV:

Innovatives Wissen nicht nur jederzeit sondern auch überall komfortabel aufnehmen zu können - dabei hilft eine vom Hasso-Plattner-Institut entwickelte E-Learning-Technologie. Sie trägt den Namen "Tele-TASK" und wurde auf der CeBIT präsentiert. tele-TASK steht dabei für Tele-Teaching Anywhere Solution KIT.

Die Potsdamer Informatik-Wissenschaftler rund um Institutsleiter Prof. Christoph Meinel stellen seit dem Sommer 2007 Podcasts thematisch abgeschlossener Vorlesungs-Abschnitte ins Internet (www.tele-task.de). Sie zeigen neben dem Vortragenden auch dessen Bildschirm- oder Tafel-Präsentation. "Das geschieht dank einer neuen Bild-im-Bild-Technik. Wir haben sie auf das kleine Display des iPods und anderer mobiler Video-Abspielgeräte wie PDA oder Mobiltelefon angepasst", berichtet Institutsleiter Prof. Christoph Meinel. Bislang ist bei herkömmlichen Lernvideopodcasts stets ein Informationsverlust in Kauf zu nehmen, weil lediglich Bilder vom Redner selbst oder dessen Folien plus seine Sprache übertragen werden.

Hochsichere Datenschleuse schützt gegen Internet-Spionage:

Das Hasso-Plattner-Institut stellte auf der CeBIT ein Hochsicherheitssystem vor, das Netzwerke von Unternehmen oder Behörden vor Angriffen sowie sensible Daten vor Internet-Spionage schützt. Es handelt sich um die Datenschleuse "Lock-Keeper", ein im Fachgebiet Internet-Technologien und -Systeme entwickeltes, Hardware-basiertes Rechnersystem, das sicheren Nachrichtenaustausch zwischen physikalisch völlig getrennten Netzen ermöglicht.

"Der Lock-Keeper beruht auf dem einfachen Prinzip, dass man ein Netzwerk am besten schützt, wenn man es von anderen getrennt hält", erläutert Instituts- und Fachgebiets-Leiter Prof. Christoph Meinel. Durch die patentierte Technologie, entwickelt von Meinel und seinem deutschen Wissenschaftler-
team und lizenziert von Siemens Schweiz, kann vollständiger Schutz vor Online-Angriffen erreicht werden. "Daten, die vom einen Netz ins andere wollen, werden zunächst in den Lock-Keeper übertragen und können dort auf bösartigen Code und Schadsoftware geprüft werden, bevor sie dann sicher in das geschützte Netz übermittelt werden", erläutert der Wissenschaftler das Funktionsprinzip. Es ermöglicht ein bislang kaum erreichtes Sicherheitsniveau bei Datenaustausch zwischen Netzwerken.

SOA-Security:

Service-orientierte Architekturen sind ein abstraktes Konzept, welches Fähigkeiten in verteilten,
domain-übergreifenden Umgebungen als Dienste bereitstellt. Diese allgemeine Konzept wird heute zumeist durch Web Services umgesetzt. Service-orientierte Architekturen finden immer mehr den Weg in moderne Unternehmen, da sie eine Vereinfachung und Flexibilisierung der Abbildung von Unternehmensprozessen auf die IT Infrastrukturen eines Unternehmens versprechen.
Einzelne Aufgaben werden als Dienst implementiert, welche dadurch leicht wiederverwendet und in andere Prozesse eingebunden werden können. Geschäftsprozesse können auf diese Weise jederzeit leicht und schnell an sich verändernde Marktanforderungen angepasst werden - eine Voraussetzung, um im globalen Wettbewerb zu bestehen. Die Ausdehnung von einstmals isolierten Softwaresystemen zu unternehmensweiten und sogar über Unternehmensgrenzen hinweg offenen Systemen wirft jedoch eine Menge von Sicherheitsfragestellungen auf, für die neue Antworten gefunden werden müssen. Die Umsetzung gängiger Sicherheitskonzepte wie Authentifizierung, Autorisierung oder Auditing ist in einer SOA wesentlich komplexer als in einem isolierten System und erfordert ein Überdenken bestehender Konzepte, um neuen Risiken standzuhalten. SOA-Security bietet einen wesentlichen Schwerpunkt der Forschung am Lehrstuhl Internettechnologien und-systeme am Hasso-Plattner-Institut. Im Fokus stehen Themen wie Federated Identity Management, sichere Service-Kompositionen sowie die Etablierung von Trust zwischen verschiedenen Vertrauensdomänen.

Realistische virtuelle 3D-Welten beeindrucken mit noch besserer Optik:

Realistische virtuelle 3D-Welten konnten CeBIT-Besucher bei den Computergrafik-Wissenschaftlern des HPI bestaunen. Mit "SmartCity" wurde erstmals eine neu entwickelte Software vorgestellt, mit der virtuelle 3D-Welten vollautomatisch so detailreich und realitätsnah hergestellt werden können, wie das mit herkömmlichen Verfahren bisher nicht möglich war. Wer am Computerbildschirm einen virtuellen Stadtrundgang unternimmt, gerät ins Staunen darüber, wie präzise alles wiedergegeben wird, vor allem auch der Bodenraum.

Vorteil der neuen Software: Selbst für große Städte lassen sich realitätsnahe 3D-Modelle auf diese Weise systematisch und kosteneffizient erzeugen. Bislang hatte die 3D-Modellierung realistischer virtueller Städte und Landschaften im Computer mit traditionellen Methoden einen sehr aufwändigen und daher kostenintensiven Prozess dargestellt.

Fahrer von Details oft abgelenkt: Neue Navi-3D-Software vereinfacht:

3D-Stadmodellen in Navigationssysteme wird allerdings ein Problem sichtbar: Allzu detaillierte Darstellungen lenken Autofahrer oft ab, das Unfallrisiko steigt. Um den Autofahrern unangemessen komplexe Routendarstellungen zu ersparen, haben die Wissenschaftler des Hasso-Plattner-Instituts eine neue Software entwickelt, die aus fotorealistischen 3D-Stadtmodellen automatisch vereinfachte, abstraktere Varianten erzeugt. Beim Fahren kann dadurch der räumliche Bezug zur Stadtumgebung gezielter dargestellt und einfacher verstanden werden. Die erstmals auf der CeBIT präsentierte "SmartSimplification"-Software des HPI verbindet die gewohnte schematische Darstellung von zweidimensionalen Stadtplänen mit einer interaktiven 3D-Visualisierung, die für den Nutzer relevante Informationen besonders hervorhebt.

LandXplorer CityGML Tools - Ein Technikstandard für virtuelle 3D-Stadtmodelle:

Virtuelle Stadtmodelle bilden einen bedeutenden Teil heutiger und zukünftiger Geodateninfrastrukturen, die für Aufgaben im Bereich E-Government, Standort-Marketing und Tourismus-Informationssysteme benötigt werden. Um leistungsstarke Stadtmodelle aufzubauen, müssen Daten aus vielfältigen Quellen dynamisch zusammengeführt werden - Standardisierung und Austauschbarkeit bilden hierfür zwei Grundvoraussetzungen.

Die LandXplorer-CityGML-Tools unterstützen die langfristige Vorhaltung und Fortführung hochwertiger virtueller 3D-Stadtmodelle. Sie beruhen auf CityGML, einem neuen internationalen Standard für virtuelle 3D-Stadtmodelle des Open Geospatial Consortium (OGC). CityGML modelliert  nicht nur die Geometrie, sondern auch Semantik und Struktur von Stadtmodellkomponenten.

Die LandXplorer-CityGML-Tools ermöglichen die echtzeitfähige, semantiksensitive Visualisierung CityGML-basierter komplexer 3D-Welten sowie deren systematische Konstruktion und Pflege. Sie bieten eine vollständige Unterstützung des CityGML-Standards und integrieren ihn in bestehende Workflows. Standardisierte Schnittstellen wie zum Beispiel der OGC Web Feature Service (WFS) erlauben den Einsatz in heterogenen Umgebungen. Eine Anbindung von ThinClients ist über den OGC Web Perspective View Service (WPVS) gewährleistet. Zur optimierten Verarbeitung größter Datenmengen kann eine CityGML-basierte Datenbank angebunden werden.