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29.01.2019

_Gemeinsam digital geht in die Verlängerung
_Gemeinsam digital geht in die Verlängerung bis 2021 - Glückwunsch! (Img: _Gemeinsam digital)

Man hätte bewusst den Mittelstand in den Titel der Veranstaltung gehoben, so Gastgeber und HPI-Direktor Professor Christoph Meinel zu Beginn der Konferenz. Schließlich seien im Bereich IoT hier die entscheidenden Schlachten zu schlagen. Nicht nur Menschen und Maschinen, sondern auch Maschinen und Maschinen vernetzten sich zunehmend. Dadurch entstünden überall neue Angriffsflächen -  es sei notwendig, das Thema IT-Sicherheit daher auf verschiedenen Ebenen zu diskutieren. Die zentrale Bedeutung von IT-Sicherheit hob auch der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke hervor. Es sei außerdem wichtig, dass alle Menschen von den Segnungen der Digitalisierung profitierten. Der ländliche Raum dürfe nicht vernachlässigt werden, dafür müsse Deutschland aber noch stärker in diesen Bereich investieren.

Professor Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, lobte die Fortschritte des deutschen Mittelstands. Man spiele mittlerweile beim Thema IoT nicht nur ganz oben mit, sondern sei Spitze. Von insgesamt 2700 Hidden Champions weltweit kämen 1390 aus Deutschland! Zunehmend Probleme bereite vielen mittelständischen Unternehmen jedoch der IT-Fachkräftemangel. Er appellierte an die Bundesregierung endlich ein Digitalministerium zu schaffen und die Investitionen in digitale Bildung deutlich über die derzeit vorgesehenen 5 Milliarden Euro aufzustocken. Eindrucksvoll beschrieb Christian Decker, CEO des Hidden Champion Desma aus Bremen, im Anschluss die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung auf den Schuhmarkt. So habe die chinesische Online-Plattform Alibaba es geschafft, in 24 Stunden mehr Schuhe zu verkaufen, als der weltweit größte Schuhhersteller Nike in einem Jahr. Deutschland habe in den letzten Jahren gute Grundlagen geschaffen, müsse nun aber aufpassen, neue Chancen nicht zu verpassen.

In und nach der Kaffeepause präsentierten fünf Start-ups ihre Produkte und Innovationen. Das 2015 gegründete Start-up Synfioo ist in der Logistik tätig und hat sich auf die Ankunftszeitvorhersage in der Logistikkette spezialisiert. Laut Marin Pufahl, CEO der Synfioo GmbH, haben Unternehmen häufig gar keine Ahnung, was mit ihren Gütern passiert, wenn diese das Werksgelände verlassen. Um für diese Kunden die Ankunftszeit der Waren zu berechnen, trägt sein Unternehmen eine Vielzahl an Daten aus ganz unterschiedlichen Datenquellen zusammen. Die Transportdauer sei schließlich von einer Vielzahl von Faktoren wie den beteiligten Parteien, dem Wetter, möglichen Staus, Streiks oder Verspätungen abhängig.

Der Chef der Staatskanzlei des Freistaats Sachsen, Oliver Schenk, betonte in seiner Keynote am Nachmittag, dass digitale Transformation die Probleme der Menschheit lösen und dadurch Wohlstand schaffen kann. Er forderte eine flächendeckende technologische Infrastruktur: „Durch Digitalisierungsprozesse gewinnen wir Zeit, in denen Fachkräfte in kreativere Tätigkeiten eingebunden werden können.“ Das Panel unter der Moderation von Professor Norbert Gronau von der Universität Potsdam drehte sich anschließend um das Thema „Enabling IoT“. Während Nadine Rahman, CEO der TiSC AG,  vor allem den Mensch als Treiber sieht, verwies Ingo Hecker von der Siemens AG  auf die Unternehmen selbst und riet, einfach mal anzufangen. Im letzten Panel diskutierten die Teilnehmer unter der Moderation von Hannah Suppa, Chefredakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung, das Internet der Dinge in der Praxis. Auch hier kam die Sprache erneut auf das Thema digitale Bildung. Wie können Unternehmen ihre Mitarbeiter kontinuierlich motivieren, schulen und mitnehmen bei der rasanten Entwicklung.

Alle Vorträge der Veranstaltung können Sie sich hier ansehen: https://www.tele-task.de/series/1247/