Hasso-Plattner-Institut20 Jahre HPI
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22.05.2019

openHPI: Digitale Erwachsenenbildung hilft im Alltag

92 Prozent der Teilnehmer an den kostenlosen offenen Onlinekursen der IT-Lernplattform openHPI können ihr erworbenes Wissen unmittelbar im Alltag anwenden. Das ist das Ergebnis einer Befragung von 187.000 eingeschriebenen Nutzern. Die Plattform https://open.hpi.de existiert seit 2012 und gilt damit als erste europäische Plattform mit Bildungsinhalten für jedermann in Form von Massive Open Online Courses (MOOCs). 88 Prozent ihrer Nutzer stammen aus Europa.

openHPI Digitale Erwachsenenbildung
Überall und jederzeit, mit den Kursen von openHPI ist felibles Lernen möglich. (Foto:HPI/K.Herschelmann)

Laut der Untersuchung nennen 81 Prozent der Antwortenden als Nutzen, dass man komplexe Sachverhalte, über die in den Medien berichtet wird, leichter versteht, seine Arbeit erfolgreicher ausführen kann oder einfach seinen Hobbies besser nachgehen kann. 52 Prozent sehen jetzt sogar Karrierevorteile in ihrem Beruf. 23 Prozent erklären, sie hätten nach dem Kurs einen neuen Job annehmen können. Nur 8 Prozent teilten mit, dass sie das erworbene Wissen und die Kenntnisse bisher nicht anwenden konnten.

Die Mehrheit der Online-Lerner erklärte, einen Kurs mit einem benoteten Zertifikat abschließen zu wollen, um dieses künftig einmal in beruflichem Zusammenhang einsetzen zu können. „Zwei Drittel speichern ein solches Zertifikat nach erfolgreichem Abschluss ihres Onlinekurses zunächst auf ihrem Computer. Rund ein Viertel fügt es bei einer Bewerbung um einen neuen Job den Unterlagen bei und etwa zehn Prozent legen es sogleich ihrer Personalabteilung vor“, erläuterte Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel.

Sein openHPI-Team wertete insgesamt 1.400 Antworten von Nutzern der Lernplattform aus. 70 Prozent von ihnen hatten mindestens einen Onlinekurs auf der Lernplattform für Informationstechnologie und Innovationen mit einem Zertifikat abgeschlossen. Laut Befragungsergebnis sind zwei Drittel der openHPI-Nutzer männlich. Überwiegend handelt es sich um 30- bis 59-Jährige. Der Mittelwert des Alters liegt bei 40 Jahren. Die Mehrheit der mittlerweile knapp 200.000 einzelnen Teilnehmer hat ein Studium mit dem Bachelor oder Master oder einem vergleichbaren Grad abgeschlossen und ist seit mindestens fünf Jahren in seinem Beruf tätig.

Wissenschaftler: Deutschland muss bei lebensbegleitendem Lernen aufholen

Meinel verwies bei der Bekanntgabe der Zahlen auch auf die soeben von der Statistikbehörde Eurostat veröffentlichten Daten zur Beteiligung Erwachsener am lebenslangen Lernen. „Die EU strebt bis 2020 an, dass durchschnittlich mindesten 15 Prozent der Erwachsenen am lebensbegleitenden Lernen teilnehmen sollen. Tatsächlich aber liegt die Teilnahmequote an der Erwachsenenbildung derzeit erst bei 11,1 Prozent und in Deutschland sogar nur bei 8,2“, sagte Meinel.

Im deutschsprachigen Raum komme Österreich laut EU-Statistik hingegen auf 15,1 Prozent und das Nicht-Mitgliedsland Schweiz sogar auf 31,8 Prozent. Überdurchschnittlich hohe Werte zwischen 20 und 30 Prozent erzielen die skandinavischen Staaten bei den Lernaktivitäten nach Ende der Erstausbildung.

Meinel appellierte deshalb an Berufstätige, immer häufiger kostenlose digitale Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wie die von openHPI zu nutzen. Dies sei vor allem sinnvoll, um sich auf die fortschreitende Digitalisierung der Arbeitswelt einzustellen, betonte der Informatikwissenschaftler. Die Online-Kurse des Instituts, die orts- und zeitunabhängig absolviert werden können, sollen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern helfen, Kompetenzen auf den Feldern Informationstechnologie und Innovation zu entwickeln und gezielt zu erweitern.