Hasso-Plattner-Institut
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06.12.2005

Potsdam. Das weitgehende Fehlen geeigneter akademischer Institutionen für die Eliteförderung in Deutschland hat der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts, Prof. Christoph Meinel, bedauert. In einem Gastkommentar für die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift "Technology Review" plädiert er dafür, in Deutschland ein Klima zu schaffen, in dem es dem Land künftig gelinge, aktiv und organisiert seine Eliten "heranzuziehen".

Der wissenschaftliche Direktor des einzigen völlig privat finanzierten Uni-Instituts in Deutschland fordert in dem Beitrag die Politik auf, Impulsgeber für ein gesellschaftliches Umdenken zu werden. Lediglich zusätzliche Forschungsgelder bereitzustellen und auf etwas Vorhandenes das neue Etikett "Elite" zu kleben, reiche nicht aus. Meinel regt in seinem Gastkommentar vielmehr an, den Elitebegriff künftig als "für das Land essenziell" zu besetzen und der Öffentlichkeit begreifbar zu machen, dass eine Elite "als die Blüte einer besonders guten Ausbildung anzusehen und im internationalen Kontext unverzichtbar ist".

In der Zukunft sei es deshalb erforderlich, neben einer soliden Breitenförderung die fähigsten Talente aufzuspüren, auszubilden und als Leistungsträger und verantwortungsvolle Entscheider in die Führungspositionen von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu bringen. Das deutsche Universitätssystem bietet aus Meinels Sicht derzeit nicht genügend Raum für die gezielte Entwicklung von Eliten. Es fehlten Institutionen zur Förderung der Begabtesten, wie es sie in anderen hoch entwickelten Ländern wie beispielsweise Frankreich, England oder den USA gebe. Deutschland könne es sich angesichts der Globalisierung nicht länger leisten, Elitenförderung als anrüchig, undemokratisch oder unsozial anzusehen.