Hasso-Plattner-Institut
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17.11.2005

Potsdam. Zum beigelegten Streit um die Macht im Internet (die Kontrolle über das Adressensystem bleibt vorerst in den Händen der USA, ein internationales Forum diskutiert aber weiter über ein neues Management) hat sich Prof. Christoph Meinel, Inhaber des Lehrstuhls "Internet-Technologien und -Systeme" und wissenschaftlicher Direktor des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam geäußert. Er sagte:

"Die Verabredung auf dem Weltinformationsgipfel in Tunis, ein internationales Forum zur Klärung von Fragen zur Internet-Politik einzurichten, ist eine gute Lösung. Die von einigen Ländern - zum Teil aus einem reflexartigen Anti-Amerikanismus heraus - vorgetragene Forderung nach einer internationalen Kontrolle des Internets, z.B. durch einen "Welt-Internet-Rat", hätte die Lösung keines einzigen der anstehenden Probleme im Internet befördert. Das Gegenteil wäre zu befürchten gewesen. Man darf nicht vergessen: Das Internet selbst und seine Bedeutung, die es heute weltweit hat, ist in allererster Linie dem hohen amerikanischen Engagement zu verdanken. Kein Wunder, wo doch in dieser innovativsten Volkswirtschaft der Welt auch das Interesse und die Abhängigkeit von diesem innovativen Medium am stärksten ausgeprägt sind. Deshalb muss man auch das entsprechend hohe finanzielle Engagement der Amerikaner sehen und würdigen, z.B. auf dem Gebiet der Internetsicherheit".