Hasso-Plattner-Institut
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14.09.2005

Potsdam. Als "rundweg positiv" hat die Hasso-Plattner-Stiftung für Softwaresystemtechnik ihre bisherigen Erfahrungen mit dem Aufbau und Betrieb des einzigen völlig privat finanzierten Universitätsinstituts in Deutschland bezeichnet. Der geschäftsführende Vorstand Berthold Wipfler sagte am Mittwoch (14.9.) auf einer Tagung von Hochschulförderern, dies solle auch andere ermutigen, ähnliche Wege einzuschlagen wie SAP-Mitgründer und Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Hasso Plattner. Der Stifter hat nach Wipflers Worten sein finanzielles Engagement gegenüber den ursprünglichen Planungen vervierfacht. Das Volumen von gut 200 Millionen Euro sei der höchste Betrag, der je für ein deutsches Universitätsinstitut bereitgestellt worden sei. Wipfler betonte, das schaffe langfristige Planungssicherheit, nicht zuletzt im Hinblick auf die "vorgesehene bauliche Erweiterung mit einem weiteren Institutsgebäude".

Das 1998 gegründete Hasso-Plattner-Institut (HPI), an dem 400 hoch talentierte Studenten in einem Bachelor- und Master-Studiengang zu IT-Ingenieuren ausgebildet werden, sei nach Ansicht des Stifters "auf gutem Wege", erklärte Wipfler. Bis das HPI seine gewünschte "Leuchtturm-Funktion" voll wahrnehmen könne, werde es aber noch einige Jahre benötigen. "Im Kleinen haben wir mit dem HPI vorweggenommen, was heute Ziel der Errichtung so genannter Stiftungsuniversitäten ist", unterstrich Wipfler und verwies insbesondere auf die Unabhängigkeit von staatlichen Haushalten, eigene Budget- und Personalverantwortung, Freiheit in der Mittelverwendung sowie Qualitätsmanagement. Der geschäftsführende Stiftungsvorstand lobte ausdrücklich die "freundliche Unterstützung" durch die brandenburgische Landesregierung sowie die Uni Potsdam. Nie habe es Auseinandersetzungen mit der Ministerial- oder Uni-Bürokratie gegeben. Bei der Berufung von Professoren seien die Beteiligten bereit, den Vorstellungen des Instituts in besonderem Maße zu entsprechen.

Wipfler kritisierte allerdings, es fehle in Deutschland der politische Wille, großzügiger als bisher auf Steuern von Spendern zu verzichten. Für die Errichtung einer Stiftung könne ein Privatspender nur bis zu 307.000 Euro steuerlich absetzen. Dass der Staat dann bei der Vermögensausstattung einer Stiftung ebenfalls noch Steuern abgreife, erscheine geradezu töricht. Wipfler forderte zudem größere Anreize außerhalb des Stiftungswesens, zum Beispiel bei Direktspenden für Universitäten. Derzeit seien bei Bildungsspenden nur fünf Prozent und bei Wissenschaftsspenden nur zehn Prozent aller Einkünfte von den Steuern absetzbar. Wünschenswert sei aber ein Steuerfreiraum von 20 Prozent.