Hasso-Plattner-Institut
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27.06.2008

Potsdam. Ein fünfköpfiges Studententeam des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) hat im Rahmen des Bachelorprojekts eine Softwarelösung entwickelt, mit der Autohersteller Software, die in Fahrzeugen zum Einsatz kommen soll, schneller und besser analysieren können. Das Ergebnis der Arbeit wurde auf dem jährlichen Bachelorpodium am 27. Juni in Potsdam vorgestellt, zu dem rund 200 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gekommen waren. 

In der Automobilentwicklung spielt Software eine immer wichtigere Rolle – etwa zur Ansteuerung von Airbags, Navigationssystemen oder Klimaanlagen. Gleichzeitig sind immer mehr Subunternehmer und Automobilhersteller bei der Planung und Herstellung von Autos beteiligt. „Und all diese Zulieferer steuern Software-Entwicklungen bei, die später im Fahrzeug fehlerfrei miteinander funktionieren müssen“, erläuterte Gruppensprecher Sascha Schönfeld die Ausgangssituation für das Projekt.

Zur Vereinfachung der Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen bei der Herstellung von Automobilsoftware einigten sich einige große Autohersteller auf den Standard AUTOSAR. Dort sind feste Schnittstellen zwischen den verschiedenen Softwaremodulen vorgesehen. In dem Bachelorprojekt entwickelten die Studenten eine Software-Lösung, die die Entwickler in die Lage versetzt, Prototypen von Auto-Software mit dem Simulator „ChronSim“ zu testen, der vom Partnerunternehmen Inchron GmbH stammt.

„Durch unser Werkzeug, in Verbindung mit ChronSim, können Softwareentwickler schon im frühen Programmierstadium AUTOSAR-konforme Automobilsoftware auf Zuverlässigkeit und Korrektheit analysieren und so Fehler schneller erkennen“, ergänzte Schönfeld. Ein solche Analyse ist sogar schon möglich, wenn die Software noch nicht vollständig ist. Die Simulationsergebnisse von ChronSim werden außerdem von der neuen Software ergänzend aufgearbeitet.

Betreut wurde das Projekt vom HPI-Lehrstuhl für Systemanalyse und Modellierung unter Leitung von Professor Holger Giese.

Bachelorpodium – Ausweis der praxisnahen Ausbildung am HPI
Beim „Bachelorpodium“ des Hasso-Plattner-Instituts präsentieren Bachelorstudenten seit 2005 jedes Jahr einer interessierten Öffentlichkeit die Ergebnisse ihrer Praxis-Projekte, die sie in Teams von vier bis acht Studenten am Ende ihres Bachelorstudiums absolviert haben. Sie zeigen, wie sie zwei Semester lang - von ihren Professoren angeleitet - größere praktische Aufgaben der Informationstechnologie eigenverantwortlich angepackt und welche innovativen Lösungen für Wirtschaft und Gesellschaft sie dabei entwickelt haben. Projektgeber sind renommierte Unternehmen und Institutionen aus ganz Deutschland. Eine Übersicht über die laufenden Projekte gibt die HPI-Internetseite http://www.hpi.uni-potsdam.de/lehre/studienprojekte/bachelorprojekte.html.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut
Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang „IT-Systems Engineering“ an – eine praxisnahe und ingenieurwissenschaftlich orientierte Alternative zum herkömmlichen Informatik-Studium, die von derzeit circa 400 Studenten genutzt wird. Insgesamt 50 Professoren und Dozenten sind am HPI tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – auch für erste Adressen der Wirtschaft. Vor allem geht es um Grundlagen und Anwendungen für große, hoch komplexe und vernetzte IT-Systeme.

Hinweis für Redaktionen:
Gerne stellen wir für Interviews Kontakt zu den Studenten her. Druckfähige Bilder der Veranstaltung und der Bachelorstudenten mailen wir Ihnen auf Nachfrage gerne zu!