Hasso-Plattner-Institut
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17.07.2009

Potsdam. Studenten der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI) haben einen neuartigen Satz Werkzeuge entwickelt, der Manager bei der Planung und Einführung komplexer Software-Anwendungen in Unternehmen unterstützen soll. Dabei wird vor allem auf Elemente aus bekannten und beliebten Gesellschaftsbrettspielen gesetzt. Die entworfenen Prototypen, die Kommunikationsschwierigkeiten in großen IT-Projekten beheben sollen, stellte das fünfköpfige Innovatorenteam am 17. Juli vor. Anlass war die Verabschiedung des zweiten Absolventenjahrgangs der HPI School of Design Thinking in Potsdam. Die Projektaufgabe hatte der Softwarekonzern SAP AG gestellt.

Ein Teil des präsentierten Prototyps sind eine magnetische Arbeitsfläche und Spielsteine. Mit Hilfe dieses „Stakeboards“ sollen Prozessmodellierer und Endanwender gemeinsam die jeweiligen Ist-Prozesse in Unternehmen erfassen können. „Die erste Herausforderung bei Veränderungsprojekten in Unternehmen ist immer, herauszufinden, wie eigentlich die aktuellen Prozesse funktionieren“, erklärte Daniela Keizer, Mitglied des Design Thinking-Teams und Kunstgeschichte-Studentin an der FU Berlin. Das von ihrem interdisziplinären Team entworfene Set an einfachen, handfesten Werkzeugen erleichtert es, die späteren Endanwender in das Softwareprojekt spielerisch einzubinden mit dem Ziel, die Qualität der Prozessaufnahme deutlich zu verbessern und Ängste abzubauen. Die Geschäftsprozesse, die künftig von der Software erledigt werden sollen, können dann weiter gemeinsam finalisiert werden. Dies geschieht an einem interaktiven Tisch, der es dem gemischten Kunden? und Beraterexpertenteam spielend leicht ermöglicht, die vom Kunden gewünschten Prozesse mit den Standardprozessen des Softwareherstellers abzugleichen.

Dem innovativen System gaben Keizer und ihre Kommilitonen Christian Beinke (TU Berlin, Maschinenbau), Michael Filipowski (FH Potsdam, Architektur / Uni Warschau, Wirtschaft), Mia Konew (Uni Potsdam, Betriebswirtschaftslehre) und Johannes Meyer (Uni Potsdam, Amerikastudien) den Namen „Touch&Plan“. „Nur auf den ersten Blick ist unsere Problemlösung vollständig analog. Denn über RFID-Technologie werden die mit Hilfe des Werkzeugsets aufgenommenen Informationen digitalisiert und online verarbeitet“, betonte Keizer.

„Das Team hat einen der erfolgskritischen Aspekte von Software-Einführungsprojekten angepackt, nämlich die -Kommunikation von Anwendern in Unternehmen und Technologieexperten. Die jetzt entwickelten Methoden und Tools ermöglichen es den Beteiligten, in spielerischer Form die wesentlichen Informationen bei der Prozessaufnahme zu erheben und den Software-Experten so zu übergeben, dass das System nach Abschluss des Projektes den Bedürfnissen und Erwartungen der Endanwender entspricht“, bestätigte Dr. Matthias Melich, Vice President Application Lifecycle Management bei der SAP AG. Er hatte das studentische Innovatoren-Team zusammen mit Simon Blake und Prof. Dr. Andreas Polze (beide HPI) betreut.

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