Hasso-Plattner-Institut
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15.10.2010

Potsdam/Berlin. Im Auftrag des Bundesinnenministeriums hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) einen Katalog von Ideen entwickelt, mit denen die Online-Nutzung des neuen Personalausweises benutzerfreundlicher gestaltet werden können soll. Institutsleiter Prof. Christoph Meinel betonte bei der Präsentation in Berlin, die Akzeptanz des neuen Personalausweises hänge im Wesentlichen auch davon ab, ob die benötigte Software für Nichtfachleute einfach und leicht bedienbar sei. Der Informatikwissenschaftler stellte auf der Ministeriumsveranstaltung eine intuitiv nutzbare „AusweisApp“ vor. Bisher wird die Software „Bürgerclient“ genannt. Auch Ideen für weitere Einsatzmöglichkeiten des neuen Personalausweises bei der Interaktion zwischen Bürger und Behörden präsentierte das Hasso-Plattner-Institut.

Dem Innovatoren-Team des HPI war bei Tests aufgefallen, dass Nutzer schon beim Installieren der Testversion der Ausweis-Software Probleme hatten. „Selbst Informatiker brauchten eine gewisse Zeit, um das Programm zum Laufen zu bringen“, berichtete HPI-Direktor Meinel. Das aus sechs Experten verschiedener Disziplinen bestehende Team entwickelte mit Hilfe der Innovationsmethode Design Thinking (erfinderisches Entwickeln) eine Reihe von Verbesserungsvorschlägen, zu denen auch eine Installationsroutine gehört. „Häkchen setzen bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Verzeichnis bestätigen, auf ‚Installieren‘ klicken – diese drei Schritte reichen beim automatisieren Ablauf völlig aus“, erläuterte Diplominformatiker Maxim Schnjakin vom HPI.

Das Potsdamer Team spricht sich dafür aus, dass die Kommunen den Personalausweis zusammen mit einem Starterpaket aushändigen. Dieses soll das Kartenlesegerät, eine DVD mit vorinstallierter „AusweisApp“ und Gerätetreibern sowie eine einfache Bedienungsanleitung enthalten. Ferner schlägt das HPI-Team unter anderem vereinfachte Abläufe im Dialog mit dem Softwarenutzer, übersichtlichere grafische Gestaltung der Oberflächen sowie verständlichere Bezeichnungen vor.

Wichtig ist für das Potsdamer Experten-Team auch, dass künftig zusätzliche Funktionalitäten angeboten werden. „Bei unseren Tests mit der vorgesehenen Software bewiesen die Nutzer große Geduld, waren aber nachher enttäuscht, dass sich trotz der schwierigen Handhabung kein wirklicher Mehrwert in Zusammenhang mit der Online-Funktion des Personalausweises ergab“, erklärte Institutsleiter Meinel. Gewinnbringend wäre es aus Sicht seines Teams, wenn die Online-Nutzer des Personalausweises mit Hilfe einer „History-Funktion“ stets abrufen könnten, wann sie mit wem kommuniziert und welche Daten sie dabei übermittelt haben.

Auch ein „Datentresor“, der in verschlüsselter Form wichtige Daten wie PINs, TANs und Passwörter sicher aufbewahrt und der nur mit dem eigenen Ausweis geöffnet werden kann, gehört zu den vorgeschlagenen Zusatzfunktionen. Schließlich kann sich das HPI-Team auch eine E-Governmentfunktion der neuen „AusweisApp“ vorstellen. Sie soll die direkte Vorort-Speicherung aller für Behördengänge notwendigen Formulare ermöglichen und Zugang zu einem zentralen Register aller E-Government-Dienstleistungen verschaffen.

 

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