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20.06.2018

Press Release

Digitale Bildung: Mit der HPI Schul-Cloud digitale Inhalte ganz leicht im Schulunterricht einsetzen

Alle reden über Digitale Bildung, aber die Realität an deutschen Schulen sieht anders aus: Auch im Jahr 2018 verfügen viele Schulen über kein Internet und digital wird häufig nur in separaten Computerräumen gearbeitet. Im regulären Unterricht spielen digitale Lerninhalte bislang wenn überhaupt nur eine Nebenrolle.

Mit der Schul-Cloud, die Wissenschaftler am Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam derzeit entwickeln, soll sich das ändern. In ihr werden digitale Lehr- und Lerninhalte verschiedener Anbieter zentral vorgehalten, die dann sehr einfach und sicher in den Unterricht integriert werden können. Lehrkräfte und Schüler können aber auch außerhalb der Schule jederzeit auf die Inhalte zugreifen. Möglich ist das mit jedem browserfähigen Gerät überall - ob zu Hause oder unterwegs. Eigene Server benötigen die Schulen dafür nicht, eine kosten- und zeitaufwendige Wartung und Administration von schuleigenen Rechnern entfällt.

Deutschlandweit können zu Beginn der zweiten Pilotphase 67 ausgewählte Schulen mit der Schul-Cloud arbeiten. Bis 2021 werden schrittweise alle rund 300 Schulen des Projektpartners, des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC an die Schul-Cloud angeschlossen, weitere 43 niedersächsische Schulen sämtlicher Schulformen kommen über die Kooperation mit der Niedersächsischen Bildungscloud (NBC) zum nächsten Schuljahr hinzu.

Gefördert wird die Schul-Cloud durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), die Weiterentwicklung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Experten aus Wissenschaft und Praxis. Regelmäßig bringt das HPI in der Pilotphase die entscheidenden Akteure bei Konferenzen, Arbeitsgruppen oder -foren zusammen, das nächste Mal die Schul-Cloud-Nutzer zu einem Design Thinking Workshop am 22. Juni in Potsdam. Der Innovationsansatz Design Thinking hilft kreativ und schnell neue Lösungen zu entwickeln – in multidisziplinären Teams und dem Nutzer im Fokus. Beim Workshop werden Lehrkräfte und Schüler der Pilotschulen in fünf Teams Themen rund um die Nutzung der Schul-Cloud diskutieren und Ideen entwickeln, beispielsweise zur Verbesserung der Feedback-Kultur oder internen Kommunikation im Kollegium.

„Die Entwicklung der Schul-Cloud muss in enger Abstimmung mit ihren Nutzern – also den Lehrkräften und den Schülern der Pilotschulen erfolgen. Wir brauchen den ständigen Austausch, um die Schul-Cloud bestmöglich ihren Bedürfnissen anzupassen und schnell voran zu kommen“, so HPI-Direktor Professor Christoph Meinel.

Hintergrund zur Schul-Cloud

Schulen benötigen zur Nutzung digitaler Lehr- und Lerninhalte eine zukunftssichere IT-Infrastruktur. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelt gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, zahlreichen Experten aus Wissenschaft und Praxis und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Schul-Cloud, mit der digitale Inhalte verschiedener Anbieter einfach und sicher in der Schule genutzt werden können. Ein wichtiger Vorteil: Für Schulen entfällt die kosten- und zeitintensive Anschaffung und Wartung von Rechnern. Denn Schüler und Lehrer können über einfache Anzeigegeräte von überall auf die Inhalte zugreifen. Bundesweit arbeiten 67 ausgewählte Schulen des Projektpartners MINT-EC im Rahmen eines Pilot-Projekts mit der Schul-Cloud. Bis 2021 sollen alle rund 300 Schulen des MINT-EC-Netzwerks an die Schul-Cloud angeschlossen werden. Weitere 43 niedersächsische Schulen sämtlicher Schulformen kommen über die Kooperation mit der Niedersächsischen Bildungscloud (NBC) zum nächsten Schuljahr außerdem hinzu. Mit der Schul-Cloud soll das Lernen mit digitalen Inhalten in der Schule und zu Hause so unkompliziert wie möglich werden.

Hinweis für Redaktionen

Eine Erläuterung für das Konzept der Schul-Cloud finden Sie unter: https://hpi.de/schulcloud; weitere Informationen auch unter: https://blog.schul-cloud.org/. Einen Einblick in die vielfältigen Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten der Schul-Cloud vermittelt ein Testzugang: https://schul-cloud.org/. Dort können sich alle Interessierten als Schüler oder Lehrer ganz einfach einloggen. Eine Liste der 67 Pilotschulen finden Sie hier: https://www.mint-ec.de/schulnetzwerk/schul-cloud/liste-der-pilotschulen/

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium an, das von derzeit rund 500 Studierenden genutzt wird. In den drei Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“ und „Data Engineering“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI dreizehn Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.

Kurzprofil MINT-EC

Das nationale Excellence-Schulnetzwerk

MINT-EC ist das nationale Excellence-Netzwerk von Schulen mit Sekundarstufe II und ausgeprägtem Profil in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT). Es wurde im Jahr 2000 von den Arbeitgebern gegründet und arbeitet eng mit deren regionalen Bildungsinitiativen zusammen. MINT-EC bietet ein breites Veranstaltungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler sowie Fortbildungen und fachlichen Austausch für Lehrkräfte und Schulleitungen. Das Netzwerk mit derzeit 295 zertifizierten Schulen mit rund 315.000 Schülerinnen und Schülern sowie 25.000 Lehrkräften steht seit 2009 unter der Schirmherrschaft der Kultusministerkonferenz der Länder (KMK). Hauptförderer von MINT-EC sind der Arbeitgeberverband Gesamtmetall im Rahmen der Initiative think ING. sowie die Siemens Stiftung und die bayerischen Arbeitgeberverbände vbm bayme / vbw.