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20.02.2009

Potsdam. Der deutsche IPv6-Rat hat den Beschluss der Bundesregierung begrüßt, bis 2010 für ein flächendeckendes Angebot von besonders leistungsfähigen Breitbandanschlüssen zu sorgen. „Wenn nun mehr Menschen in Deutschland der Zugang zum schnellen Internet ermöglicht wird, sollte damit hierzulande auch gleich der Umstieg auf die neuen Datenverkehrsregeln des Standards IPv6 verbunden werden“, schlug der Vorsitzende des Gremiums, Prof. Christoph Meinel, vor.

Der Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts betonte, dadurch würden die vorzunehmenden Investitionen zukunftssicher gemacht. Wenn der Staat die Provider beim Ausbau des Breitband-Internets fördere, solle die Vergabe der Mittel daran geknüpft werden, dass die Anbieter ihren Kunden einen IPv6-fähigen Anschluss bereitstellen, forderte Meinel. Die meisten Computer und ihre Betriebssysteme beherrschten den neuen Standard schon.

„Die neuen Datenverkehrsregeln des Standards IPv6 sind eine zukunftsweisende Technologie. Mit der baldigen Ausschöpfung der alten IPv4-Adressen steigt der Druck, endlich auch die neue Protokollversion einzuführen“, erläuterte der Ratsvorsitzende. Obwohl die Technik längst ausgewachsen und stabil sei, sperrten sich die meisten Provider noch gegen eine flächendeckende Umsetzung.

In vielen Gebieten Deutschlands bleibe deshalb den Kunden der Zugang zum neuen IPv6-Internet bislang verwehrt, bedauerte Meinel. Dort seien also Internet-Telefonie, Internet-Videokonferenzen, Onlinespiele und alle Formen des direkten Datenaustauschs zwischen einzelnen Rechnern (z. B. Peer-to-Peer) nur eingeschränkt möglich, weil diese nur über den Standard IPv6 sicher realisiert werden können. Andere Regionen der Welt, beispielsweise in Asien, sind nach Worten des Ratsvorsitzenden schon deutlich weiter mit dem neuen Mega-Netz. Werde nicht gehandelt, gerate Deutschland ins Hintertreffen.

Kürzlich hatte der deutsche IPv6-Rat angekündigt, dass er Mitte Mai einen abgestimmten Aktionsplan für die Einführung der nächsten Internetgeneration in Deutschland vorstellen werde. Diskutiert werden soll der Fahrplan für den Umstieg auf die neuen Datenverkehrsregeln im Internet auf dem zweiten deutschen IPv6-Gipfel am 14. und 15. Mai 2009. Dazu sind hochrangige Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen und Unternehmen nach Potsdam eingeladen.

Auf dem Spitzentreffen will der Rat auch die Ergebnisse seines im Januar gestarteten Ideenwettbewerbs zum Internet der neuen Generation vorstellen. Gesucht werden innovative Anwendungen, die auf dem neuen Internetstandard IPv6 aufsetzen. Einreichungen sind noch bis zum 10. April möglich. Mit Umsetzung der prämierten Ideen soll der Übergang zu dem neuen Internetprotokoll „großflächig und effizient“ gestaltet werden.

Weitere Informationen: www.ipv6council.de/contest

 

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