Hasso-Plattner-InstitutSDG am HPI
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Salim Chujfi-La-Roche

Human Cognition and Natural Language Processing in the Digitally Mediated Environment

Zunehmend bauen Organisationen Telearbeit als zentrales Element ihrer Geschäftsstrategie auf. Allerdings führt die Wissensverarbeitung in solchen digital vermittelnden -weitegehend aber nicht interaktiv strukturierten- Kontexten zu Schwierigkeiten. Dabei liegt die wesentlicheHerausforderung für wissensbasierte Organisationen nicht in der Frage, wie Individuen mithilfe von Technologien zusammenarbeiten sollten, sondern darin, wie effektiv die Zusammenarbeit und ein effektiver Wissensaustausch zu erreichen sind.

Gegenwärtige Untersuchungen fokussieren weit mehr auf Technologien selbst als auf den menschlichen Voraussetzungen von kognitiven Fähigkeiten und Präferenzen bei der online basierten Zusammenarbeit. Genauso ist der Umstand noch nicht hinreichend berücksichtigt worden, dass Natural Language Processing (NLP) den generellen Begleiterscheinungen von Sprache wie Missverständnissen und Mehrdeutigkeiten unterworfen ist.

Diese Arbeit setzt auf vier wissenschaftlichen Feldern auf, die in der Verarbeitung und Interpretation von großen, teils unstrukturierten Datenmengen wesentlich sind: Wissensmanagement, Kognitionswissenschaft, Linguistik und Künstliche Intelligenz. Auf dieser breiten Grundlage wird ein Modell angeboten, das auf verlässliche Art, den nicht-deterministischen Charakter von Sprache betont und vor diesem Hintergrund Verbesserungspotentiale digital gestützter Zusammenarbeit aufzeigt.

Menschliche Kommunikation kann entmutigend unpräzise sein und ist von linguistischer Mehrdeutigkeit geprägt. Dies bildet eine wesentlicheHerausforderung für die computertechnische Analyse natürlicher Sprache. In dieser Arbeit entwickle ich unter Berücksichtigung kognitiver Präferenzen von Gesprächspartnern den Vorschlag für einen neuen Interpretationsansatz von Daten. Im Rahmen dieser semantischen Analysewerden Informationen zusammengeführt, die sowohl den zu vermittelnden Inhalt als auch die damit verbundenen sozialen und individuellenKontexte, sowie die Gruppendynamik im Online-Umfeld einbeziehen. Gleichzeitig werden Bewertungstaxonomien verwendet, um das Online-Verhalten sowohl auf individueller wie gruppendynamischer Ebene zu analysieren, um darin Merkmale für eine größere Effektivität der Kommunikation zu identifizieren. Es werden Muster zur Identifizierung und Messung wirksamer Methoden der Interaktion in Hinblick auf individuelle kognitive und lernpsychologische Präferenzen bewertet. Hierzu wird der Begriff einer Cyber-Cognitive Identity (CCI) vorgeschlagen, der unterschiedliche Wahrnehmungsprofile kognitiver und lernpsychologischer Stile verschiedener Individuen beschreibt. Die Bezugnahme auf solche kognitiven Präferenzen kann das Wissensmanagement in geografisch verteilten, kollaborativen digitalen Umgebungen erheblich erleichtern unddamit das Wissensaustausch verbessern.

Cognitive Labeled Latent Dirichlet Allocation (CLLDA) wird als generat ives Wahrscheinlichkeitsmodell für die automatische Kennzeichnung und Clusterbildung von CCI-gewonnenen Profilen verwendet. Dabei dominieren methodologisch die Kognitionstypen gegenüber denWahrscheinlichkeitsaspekten.

Mit der Einführung und Weiterverarbeitung des CCI-Begriffs wird der bisherige Forschungsstand um ein fundiertes Verfahrensmodell erweitert, das eine Grundlage für sich potentiell anschließende Forschungsarbeiten und praktische Anwendungen bietet.