Hasso-Plattner-Institut
Prof. Dr. Holger Giese
  
 

Deployment Model-Driven Architecture (D-MDA)

Motivation

Die Motivation dieses Projekts ist die Verbesserung des Entwicklungs-/ Aufstellungsprozesses individueller IT Lösungsarchitekturen für Geschäftskunden von CA. Die IT Lösungsarchitektur definiert sich durch eine Menge von Einheiten, z.B. Client und Server, und die Verbindung dieser Einheiten. Diese Einheiten werden mit entsprechenden Applikationen ausgestattet um den Geschäftsanforderungen des Kunden gerecht zu werden. Des Weiteren müssen diese IT Lösungsarchitekturen bestimmte Anforderungen des Kunden erfüllen. Das Problem ist, dass momentan keine einheitliche Technik für das Beschreiben von IT Lösungsarchitekturen und keine Technik für das Analysieren dieser Architekturen, bezüglich der Erfüllung gegebener Anforderungen, existiert. Eine solche Analysetechnik würde z.B. das Vergleichen von IT Lösungsarchitekturalternativen ermöglichen. Momentan werden IT Lösungsarchitekturen textuell oder durch eine Art von visuellen Diagrammen, ohne jegliche einheitliche Semantik, beschrieben. Das Begutachten oder Analysieren dieser IT Lösungsarchitekturen unterscheidet sich momentan von Lösung zu Lösung und erschwert damit z.B. die Diskussion bzw. Schlussfolgerung von Designentscheidungen. Außerdem führt dieses Problem dazu, dass vorherige IT Lösungsarchitekturen, oder Teile dieser, nur schwer wieder verwendet werden können. Ein weiterer Nachteil ist, dass der Aufwand für das Vorhersagen der Erfüllbarkeit der Anforderung des Kunden sowie die Vorhersage von bestimmten Architekturänderungen, aufwendig ist.

Herausforderung

Um der zuvor erwähnten Probleme Herr zu werden, müssen einige auftretende Herausforderungen behandelt werden. Die erste Herausforderung besteht darin eine angemessene Modellierungstechnik zu finden, welche alle interessanten Elemente einer IT Lösungsarchitektur beinhaltet. Ein modelgetriebener Ansatz erlaubt die Wiederverwendung von vorherigen Entwürfen bzw. Teile dieser. Weiterhin erlaubt das Modellieren von IT Lösungsarchitekturen eine einheitliche Definition einer Syntax und Semantik und somit ein einheitliches Verständnis von IT Lösungsarchitekturen. Das Verwenden eines solchen modelgetriebenen Ansatzes erlaubt auch eine automatische Modellanalyse, welche sich in diesem Fall auf das Erfüllen von bestimmten Anforderungen bezieht. Das Ergebnis dieser Analysen kann verwendet werden um die Auswirkungen auf diverse Änderungen der IT Lösungsarchitektur zu studieren. Die Analyse, welche die Qualität der IT Lösungsarchitekturen bestimmt, erfordert das zunächst eine Menge von erforderlichen Metriken bestimmt werden. Zudem werden für das Auswerten dieser Metriken oft weitere Informationen benötigt, die es zu evaluieren gibt um die Metriken angemessen auswerten zu können. Metriken werden anhand von Evaluierungsmethoden ausgewertet, welche von einfachen analytischen Funktionen bis hin zu komplexen Simulationen reichen. Der Ansatz sollte aber in der Lage sein von bereits existierenden Evaluierungsmethoden zu profitieren [1]. Dafür wird allerdings eine einheitliche Schnittstelle benötigt um verschiedene Evaluierungsmethoden einbinden zu können. Um gezielte Schlussfolgerungen über die Qualität zu treffen wird ein Framework, zur Definition von funktionalen sowie nicht-funktionalen Anforderungen, benötigt. Ein formales Framework ist essentiell, weil es die Verknüpfung von Anforderungen und Qualitätsbegriffen ermöglicht. Aus diesem Grund kann die Qualität von IT Lösungsarchitekturen direkt mit der Erfüllung von Anforderungen, welche von Interesse sind, in Bezug gesetzt werden.

Vorteile

Die Vorteile eines Ansatzes, welcher sich auf die erwähnten Herausforderungen bezieht, sind von großer Bedeutung. Dieser Ansatz könnte z.B. eingesetzt werden um das so genannte "Time-to-Value" zu unterstützen, da ein solcher Ansatz die Wiederverwendung von existierenden IT Lösungsarchitekturen erlaubt, und damit einen gemeinsamen Zugriff auf Wissen für CATs und R&Ds. Es unterstützt auch das Definieren von "Best-Practices" als einheitlichen Formalismus, sowie die Wiederverwendung von bereits durchgeführten Messungen bezüglich bestimmter Modelelemente. In Kombination mit der Widerverwendbarkeit von Evaluierungsmethoden können Änderungen an IT Lösungsarchitekturen direkt bewertet werden um die Auswirkungen bezüglich der Qualität zu bestimmen. Aufgrund der gemeinsamen Metriken können verschiedene IT Lösungsarchitekturen verglichen werden um so den Aufwand des Testens in späteren Lebenszyklen zu verringern. Diese Zeit und die damit verbundenen Kosten können eingespart werden weil ein solcher Vergleich die Menge der zu testenden IT Lösungsarchitekturen reduzieren kann, indem nur die IT Lösungsarchitekturen gestestet werden, welche die Anforderungen des Kunden angemessen erfüllen sollten. Ein weiterer Vorteil wäre, dass effiziente Enterprise IT Management (EITMTM)1 Installationskonfigurationen automatisch hergeleitet werden können.

Projekt

Das gesamte Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen der Haifa Universität in Israel und der Abteilung für Systemanalyse und Modellierung am HPI in Potsdam. In dieser Zusammenarbeit werden die aktuellen Arbeitsweisen von CAs EITMTM analysiert um Anforderungen, die von Bedeutung für verschiedene Verantwortliche sind, zu eruieren. Es soll ein modelgetriebener Ansatz, zur Modellierung von IT Lösungsarchitekturen, entwickelt werden. Dieser Ansatz soll die Eigenschaft besitzen Messungen, die zur Evaluierung von Metriken benötigt werden um so die Bewertung der Erfüllbarkeit von Anforderungen zu erlauben, an den entsprechenden Stellen in Modell abzulegen. Das gesamte Projekt ist auf drei Jahre ausgelegt.

Projektpartner

  • Fachgebiet Systemanalyse und Modellierung
    Hasso Plattner Institut an der Universität Potsdam
    Prof. Dr. Holger Giese
  • Universität Haifa
    Mount Carmel
    Haifa 31905

1 Siehe http://www.ca.com/eitm/

[1] Simonetta Balsamo, Antinisca Di Marco, Paola Inverardi and Marta Simeoni. Model-Based Performance Prediction in Software Development: A Survey. In IEEE Transactions on Software Engineering, Vol. 30(5):295-310, IEEE Computer Society, Los Alamitos, CA, USA, 2004.