Hasso-Plattner-Institut
  
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Hasso-Plattner-Institut
Prof. Dr. Holger Giese
  
 

From Creative Ideas to Well-Founded Engineering

Projekthintergrund

Softwareentwickler sind nicht dafür bekannt ihre Arbeitsergebnisse gerne zu dokumentieren. Bei Design Thinkern, die eine innovative Idee für neuartige Softwareprodukte mit Hilfe der Design Thinking Methode entwickelt haben, ist das ähnlich. Das Dokumentieren von Ideen, Anforderungen, Alternativen und Lösungen kostet Design Thinker Zeit, die sie selbst lieber in kreative Lösungen einfließen lassen. Jedoch ist gerade die Dokumentation der Design Thinking Ergebnisse als auch der Weg zur Lösung essentiell. Nur dadurch erfahren Softwareentwickler was sie lösen sollen, wie sie testen können, ob dies gelungen ist und können im Fall von (techn.) Einschränkungen gut-informierte Entscheidungen treffen. Fehlende Dokumentation hingegen führt zum Verlust wertvoller Informationen bei der Übergabe von innovativen Ideen der Design Thinker an die Softwareentwickler. Zum Zeitpunkt der Übergabe treffen die informale Welt des Design Thinking und die formale Welt der Softwareentwicklung aufeinander. Diese Lücke gilt es zu verkleinern. Hinzu kommt, dass es oft besser ist Dinge sofort zu dokumentieren als erst Tage oder gar Wochen später. Daher muss eine Möglichkeit zur Dokumentation von Design Thinking Ergebnissen geschaffen werden, die den Design Thinking Prozess möglichst wenig beeinträchtigt und einen Mehrwert für Design Thinker selbst schafft, sodass sie gerne dokumentieren.

Design Thinker präsentieren oft Konzepte und Features in unterschiedlichsten Formen von Prototypen je nach dem was der Kunde wünscht. Die Adressaten sind dabei nicht die Ingenieure, die die Konzepte und Features umsetzen, sondern der Auftraggeber selbst.  Die dahinterstehenden Anforderungen können durch fehlende Dokumentation verloren gehen. Diese Beobachtung ist Gegenstand unseres Forschungsprojekts Connecting Designing and Engineering Activities, das im Rahmen des Hasso Plattner Design Thinking Research Programms stattfindet. Unser Bachelorprojekt bettet sich in dieses Forschungsprojekt ein. Das Bachelorprojekt nimmt sich der Herausforderung an, Design Thinker zu motivieren und vor Augen zu führen warum die Dokumentation ihrer Ideen essentiell für die spätere Umsetzung und Markteinführung ist, sowie die Dokumentation zu erleichtern. Idealerweise entsteht die Dokumentation durch die Design Thinker als Nebenprodukt ihrer täglichen Arbeit und behindert die kreative Methodik des Design Thinking nicht. Durch Beobachtungen und Befragungen soll ermittelt werden wie eine entsprechende Softwarelösung zur Unterstützung der Dokumentation durch Design Thinker aussehen kann und welche Schritte hinsichtlich der Dokumentation der Design Thinking Ergebnisse zeitsparend automatisierbar sind. Die ermittelten Anforderungen und Use-Cases sollen als Ergebnis dieses Bachelorprojekts in ein System einfließen, das durch die Projekteilnehmer erstellt und evaluiert wird.

Projektgegenstand

Erste Beobachtungen und Interviews mit, sowie Erfahrungen der HPI School of Design Thinking haben gezeigt, dass eine Art digitale Kommunikationsplattform, wie z.B. Social Networks, sowie dazugehörige mobile Apps eine mögliche Lösung der beschriebenen Herausforderung darstellen. Mit einer solchen Plattform wären Design Thinker in der Lage, entsprechende Dokumentation als Nebenprodukt täglicher Kommunikation zu sammeln und zusätzlich mit Meta-Informationen anzureichern. Durch zusätzliche Verarbeitungsschritte könnten die erfassten Daten verwendet werden, um Dinge wie Empfehlungen für Beiträge, Aussagen über die Vollständigkeit der Dokumentation sowie die Generierung einer finalen Dokumentation zu ermöglichen. Die Erstellung oder Adaption einer solchen Kommunikationsplattform steht entsprechend der durch die Projektteilnehmer ermittelten Anforderungen im Fokus des Projekts.