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01.12.2011

Beim IPv6-Gipfel hat das Hasso-Plattner-Institut die EU-Kommissarin für die digitale Agenda, Neelie Kroes, mit seiner Fellowship-Medaille geehrt. - Foto: HPI / K.Herschelmann

Um die Chancen der Digitalisierung umfassend nutzen zu können, ist der Umstieg auf das Internet der "neuen Generation" unverzichtbar. Diese Überzeugung vertritt der Potsdamer Informatikwissenschaftler Prof. Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und Vorsitzender des Deutschen IPv6-Rats. Notwendig sei der schnelle und großflächige Übergang vom überholten bisherigen IPv4-Standard auf das neue IPv6-Protokoll, betont der Wissenschaftler. "Jedes Gerät wird damit eine eigene Anschlussadresse im Netz bekommen. Momentan fehlen uns schlicht genügend Internetadressen für die unzähligen internetfähigen Endgeräte und Anwendungen, die es in naher Zukunft geben wird", erläutert Meinel.

Der Wissenschaftler war am 1. und 2. Dezember Gastgeber des 4. Nationalen IPv6-Gipfels am HPI. Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft diskutierten dort über Anwendungen im Internet der neuen Generation, die durch die Einführung von IPv6 möglich sind. Gipfel-Motto: "Online on the road - der neue Standard IPv6 als Treiber der Mobilkommunikation". Mit dabei waren unter anderem auch die Enquete-Kommission "Internet und digitale Gesellschaft" des Bundestages, mehrere Bundesministerien, die Verbände BITKOM und eco, aber auch bekannte Unternehmen wie Bosch, T-Systems, Ericsson, Alcatel Lucent, Cisco und Strato.

EU-Kommissarin Neelie Kroes, zuständig für die "Digitale Agenda", hielt den Hauptvortrag. Sie betonte die Notwendigkeit einer raschen Umstellung auf IPv6, da Europa kurz davor stehe, dass alle IPv6-Adressen verteilt seien. "Statt 'nur' 4 Milliarden Adressen hätten wir eine unglaubliche Zahl: über 300 Billionen Billionen Billionen", sagte Neelie Kroes. Sie bezeichnete IPv6 als "Priorität für unsere Digitale Agenda für Europa".  

Der Internetgipfel präsentierte unter anderem den Nutzen, den der neue Internetstandard IPv6 für eine vernetzte Einsatzführung von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten hat. Das Spitzentreffen beschäftigt sich auch damit, welche Aktionen in Unternehmen und Privathaushalten für den Umstieg auf IPv6 notwendig sind.

Am Abend des 1. Dezember verlieh der Deutsche IPv6-Rat die Preise des International IPv6 Application Contest. Die Erstplatzierten in der Kategorie "Anwendungen und Implementierungen", Ahmad AlSa'deh aus Palästina und Hosnieh Rafiee aus dem Iran, sind Doktoranden des HPI. Sie wurden für ihre Lösung "Windows Secure Neighbor Discovery" ausgezeichnet.

Zweitplatzierter war Wouter Coene aus den Niederlanden für seine Lösung "MultiFS". Sie nutzt den IPv6-Multicastmechanismus, um verteilte Dateisysteme effizient zu synchronisieren.

Vier Nachwuchswissenschaftler vom Lehrstuhl für Netzarchitekturen und Netzdienste an der TU München gewann den dritten Preis: Philipp Tölke, Matthias Wachs, Bartlomiej Polot und Christian Grothoff transformierten den verteilten Transport- und Filesharing-Dienst GNUnet in IPv6.

Bei den Einreichungen, die von Studierenden kamen oder Ideenskizzen darstellen, gelangten Christian Hübsch, Christoph P. Mayer und Martin Röhricht auf Platz 1. Sie schlagen vor, die Identifikation von Diensten im Netz in die IPv6-Adresse hineinzunehmen. Die Plätze zwei und drei in dieser Kategorie belegten Maximilian Weigmann aus Ampfing mit seiner Lösung "Cloud Connect" für die Synchronisation von Daten beim Cloud Computing und Jörg Lauwigi aus Düsseldorf mit einer dank IPv6-Adressen für geografische Orte optimierten Navigation im Verkehr. 

Programm der Veranstaltung

Deutscher IPv6-Rat

Hintergründe und Infografiken zu IPv6

Pressefotos vom Gipfel

Bildergalerie des Gipfels