Hasso-Plattner-Institut
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29.11.2012

Der Internetverkehr, der weltweit nach den neuen Datenverkehrsregeln des Protokolls IPv6 abgewickelt wird, hat sich seit Juni verdoppelt. Wie Latif Ladid, Präsident des internationalen IPv6-Forums, am Donnerstag bei einem Spitzentreffen am HPI in Potsdam mitteilte, beträgt der IPv6-Anteil am Datenverkehr im Netz jedoch erst ein Prozent. Ladid war aus Luxemburg dem fünften Nationalen IPv6-Gipfel zugeschaltet, zu dem sich Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft bis Freitag am HPI versammelt haben. Bundesdatenschützer Peter Schaar forderte zu einem Wettbewerb um das beste Datenschutzangebot im Zusammenhang mit IPv6 auf. „Zeigen Sie, dass Sie darüber frühzeitig nachgedacht haben und standardmäßig bereits Lösungen anbieten“, sagte Schaar in Richtung Internet-Serviceprovider. Der Nutzer müsse sich sicher sein können, dass bei ihm IPv6 nicht nur funktioniere, sondern ohne umständliche Veränderungen an den Systemeinstellungen auch die Privatsphäre wahre. Bruno Jacobfeuerborn, Technik-Geschäftsführer der Telekom Deutschland GmbH, wies vor den Gipfelteilnehmern am HPI darauf hin, dass Telekom-Neukunden seit September dieses Jahres parallel sowohl IPv4 – den alten Standard – wie auch das neue Internet-Protokoll IPv6 nutzen können. Geschäftskunden können nach Jacobfeuerborns Worten schon seit März 2012 auf IPv6 zurückgreifen. Der Technik-Geschäftsführer der Telekom kündigte die Einführung von IPv6 in der mobilen Sprachkommunikation für das nächste Jahr an.

Am Donnerstagabend geht ein internationaler Ideen-Wettbewerb zum Internet der neuen Generation mit der Auszeichnung von acht Preisträgern zu Ende. Die Preise im Wert zwischen 10.000 und 500 Euro überreicht Prof. Christoph Meinel, Direktor des Potsdamer Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und Vorsitzender des Deutschen IPv6-Rats, auf einer Gala-Veranstaltung im alten Rathaus in Potsdam. Stifter der Preise sind neben dem HPI die Unternehmen Strato und De-Cix sowie der Branchenverband Bitkom. Ziel des „IPv6 Application Contest 2012“ war es, Ideen und Lösungen zu finden, wie IPv6 als der Internetstandard der Zukunft schneller großflächig verbreitet und effizient angewendet werden kann.

Mehr dazu ab 19 Uhr in einer Pressemitteilung. (Link)