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27.08.2018

Ergebnisse der weltweit größten Telemedizinstudie für herzinsuffiziente Patienten veröffentlicht

Telemedizin kann bei Hochrisikopatienten mit Herzschwäche Leben verlängern, Krankenhausaufenthalte verkürzen und die Lebensqualität verbessern – bei einer Pressekonferenz an der Charité wurden die Ergebnisse der weltweit größten Telemedizinstudie erstmals vorgestellt. Das HPI konnte gemeinsam mit Partnern die technischen Grundlagen für die Studie legen.

Das technische Konsortium legte seit 2013 die Grundlagen für die Telemedizinstudie.
Das technische Konsortium legte seit 2013 die Grundlagen für die Telemedizinstudie (v.r.n.l.): Marc Droste-Franke (Deutsche Telekom), Sören Mews (Double Skill Solutions), Prof. Dr. Friedrich Köhler (Charité), Prof. Dr. Andreas Polze (HPI), Dr. Michael Hübsch (Deutsche Telekom), Michael Scherf (Getemed AG), Thomas Rachel (Staatssekretär BMBF). Foto: HPI

Rund 1,8 Millionen Deutsche leiden an einer chronischen Herzinsuffizienz, jährlich kommen rund 300.000 Neuerkrankungen hinzu. In den vergangenen zehn Jahren war sie die häufigste Ursache für stationäre Aufnahmen.

Bei der weltweit größten Telemedizinstudie für herzinsuffiziente Patienten, TIM-HF2, wurden im Rahmen des Projektes „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“ Hausärzte und Kardiologen bei der Betreuung ihrer Patienten über fünf Jahre mit Hilfe der Telemedizin unterstützt. Die Patienten übertrugen hierfür täglich Vitaldaten, wie Herzfrequenz, Blutdruck oder Elektrokardiogramme (EKG), in das Telemedizinzentrum der Charité. Moderne Informationstechnologien ermöglichten dabei die Vernetzung der Akteure und die nutzerfreundliche Bedienung. Die technischen Grundlagen für die Studie konnten durch das Hasso-Plattner-Institut (HPI) gemeinsam mit der GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG und der Deutschen Telekom-Tochter T-Systems gelegt werden. „Speziell für die Telemedizinstudie haben wir am HPI eine Systemarchitektur entwickelt, die die Gesundheitsdaten im Patientenhaushalt erfasst und diese in Echtzeit an das Telemedizinzentrum der Charité weiterleitet“, so Professor Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets Betriebssysteme und Middleware​​​​​​​ am Hasso-Plattner-Institut. Unterstützt wurde die Arbeit außerdem vom Fachgebiet Internet-Technologien und –Systeme unter der Leitung von Professor Christoph Meinel. Insgesamt haben im Kontext des Fontane-Projektes 4 Doktoranden am HPI promoviert.

Forschungsprojekt „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“

Das Projekt „Gesundheitsregion der Zukunft Nordbrandenburg – Fontane“ wurde von 2009 bis 2018 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 10,2 Millionen Euro gefördert. Darüber hinaus hat das Land Brandenburg die technische Entwicklung des in der Studie verwendeten Telemedizinsystems mit 4,5 Millionen Euro unterstützt. Projektpartner sind die GETEMED Medizin- und Informationstechnik AG, die Deutsche Telekom Healthcare and Security Solutions GmbH, das Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering gGmbH, die Thermo Fisher Scientific Clinical Diagnostics Brahms GmbH  sowie die assoziierten Kooperationspartner AOK Nordost und BARMER.

Masterstudiengang Digital Health

Mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der digitalen Transformation für das Gesundheitssystem befasst sich ab Herbst 2019 auch der neue Masterstudiengang „Digital Health“​​​​​​​​​​​​​​ am HPI. Der interdisziplinäre, englischsprachige Masterstudiengang Digital Health richtet sich an Informatik- und Medizinstudierende, die künftig als hochqualifizierte Experten im Health Sector an der Schnittstelle zwischen IT, Informatik und Medizin tätig sein wollen und vermittelt grundlegende Konzepte und Methoden des IT-Systems Engineering, Data Engineering, medizinische Grundlagen sowie ein Verständnis für Systeme der Gesundheitsversorgung.