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14.06.2019

News

Jobperspektive trotz Schulabbruch: Start des Design Thinking-Pilotprojekts „Wayfinder“ des HPI und der Bundesagentur für Arbeit

Kein Schulabschluss, und jetzt? Viele junge Schulabbrecher haben auf der Suche nach einem Ausbildungs- oder ersten Arbeitsplatz deutlich schlechtere Chancen. Das Risiko der Arbeitslosigkeit ist hoch. Am Hasso-Plattner-Institut (HPI) entstand deshalb in Kooperation mit der Bundesagentur für Arbeit das Pilotprojekt „Wayfinder“, welches die Jugendlichen ermutigen soll, neue Möglichkeiten und Berufsfelder zu entdecken. Zum Start des Projekts lud die Agentur für Arbeit Berlin Nord und das HPI am 13. Juni rund 3.000 junge Menschen ohne Ausbildungsplatz ein.

HPI Projekt Wayfinder
Gemeinsam für eine bessere Zukunft - das Projekt Wayfinder soll jugendliche Schulabgänger auf ihrem Weg in das Berufsleben unterstützen. (Foto: HPI/S.Schwertfeger)

Fast sechs Prozent aller Jugendlichen verlassen in Deutschland die Schule ohne einen Abschluss, für sie ist es schwerer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Viele sehen kaum Perspektiven und resignieren. Das mittels der Innovationsmethode Design Thinking entwickelte Projekt „Wayfinder“ soll das Vertrauen dieser Jugendlichen in die eigenen Fähigkeiten stärken und ihnen die Möglichkeit bieten, Berufsbilder kennenzulernen und auszuprobieren.

Motivation als Bestandteil des Alltags

Ein studentisches Team des Advanced Track der HPI School of Design Thinking entwickelte das vierstufige Programm in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit und Partnern aus der Wirtschaft. Es begleitet die jungen Schulabbrecher sechs bis zwölf Monate mittels einer App, die sie als alltäglichen Bestandteil ihrer Lebenswelt bei der Umsetzung ihrer Ziele unterstützt und motiviert. Kombiniert wird dies mit bestehenden „Offline“-Angeboten der Agentur für Arbeit.

Im ersten Teil des Programms beschreiben die Teilnehmer ihren Status quo und entwickeln ihre persönliche Zukunftsvision. In der zweiten Phase „Plan“ geht es darum, die Vielfalt beruflicher Optionen kennenzulernen; diese können dann im dritten Teil „Do“ von den Jugendlichen bei Unternehmen ausprobiert werden. Die vierte Phase „Celebrate“ dient der Reflektion und der weiteren Motivation der Jugendlichen, an ihren Vorstellungen und Plänen festzuhalten.

Am 13. Juni lud das HPI gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Berlin Nord rund 3.000 Jugendliche ohne Ausbildungsplatz ein, das Pilotprojekt auszuprobieren. In Workshops, persönlichen Gesprächen mit Beratern der Agentur für Arbeit, HPI-Coaches und Unternehmen sowie mit Unterstützung von VR-Brillen entdeckten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre persönlichen Stärken, lernten neue Berufsfelder – beispielsweise in der IT-Branche – kennen und sollten so ermutigt werden, eigenständig ihren beruflichen Werdegang zu planen.

Digitalisierung erfordert neue Ansätze in Aus- und Weiterbildung

„Erhebliche Veränderungen in den Berufsbildern durch Digitalisierung und Automatisierung erfordern in den kommenden Jahren neue Ansätze in Aus- und Weiterbildung. Mit dem „Wayfinder“-Pilotprojekt möchte das HPI einen Beitrag leisten, neue Perspektiven für Jugendliche zu eröffnen, um sie besser in den sich verändernden Arbeitsmarkt zu integrieren“, sagt Professor Christoph Meinel, Institutsdirektor und CEO des HPI.

Auch Christoph Möller, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Berlin Nord kennt die Problematik. „In Berlin stehen die Sommerferien vor der Tür und Ende Mai waren hier noch rund 9600 junge Menschen ohne Ausbildung. Besonders für die Jugendlichen, die noch unentschlossen sind, bietet das Projekt eine einzigartige Möglichkeit, eigene Stärken und Schwächen zu erkennen und sich bei Arbeitgebern vor Ort zu erproben und unterstützt damit die tägliche Arbeit unserer Berufsberatung in besonderer Weise.“

Bildergalerie: Projekt Wayfinder