Hasso-Plattner-InstitutSDG am HPI
Hasso-Plattner-InstitutDSG am HPI
  
Login
  • de
 

08.05.2020

News

Corona-Pandemie: Gerinnungshemmer können Überlebenschancen erhöhen

Wissenschaftler*innen des Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai (HPI·MS) und des neuen Mount Sinai COVID Informatics Center der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York City haben herausgefunden, dass COVID-19-Patient*innen, die mit Gerinnungshemmern behandelt wurden, bessere Überlebenschancen haben. Die Studie ist in der neuesten Ausgabe des Journals of the American College of Cardiology vom 6. Mai veröffentlicht.

COVID-19
Foto: Pixabay

Datenwissenschaftler*innen und Mediziner*innen werteten mithilfe modernsten IT-Technologien und biomedizinischen Informatiktechniken Datensätze von 2.773 bestätigten COVID-19-positiven Patient*innen aus, die zwischen dem 14. März und dem 11. April 2020 in das amerikanische Krankenhaussystem Mount Sinai Health System in New York City aufgenommen wurden. Sie analysierten insbesondere die Überlebensraten von Patient*innen, denen Antikoagulanzien – umgangssprachlich auch als Gerinnungshemmer oder Blutverdünner bekannt - verabreicht wurden, im Vergleich zu Patient*innen, denen keine verabreicht wurden.

Jüngste Beobachtungen von Forscher*innen der Icahn School of Medicine at Mount Sinai hatten gezeigt, dass eine große Anzahl von Patient*innen, die mit COVID-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden, oft lebensbedrohliche Blutgerinnsel entwickeln, die zu tödlichen Thrombosen und Herzinfarkten führen können. COVID-19-Patienten*innen, die mit höheren als zur Vorbeugung üblichen Dosen Gerinnungshemmer behandelt wurden, zeigten einen besseren Genesungsverlauf. Darüber hinaus stellten die Wissenschaftler*innen fest, dass die Wirkung der Gerinnungshemmer bei beatmeten Patient*innen stärker ausgeprägt war - 62,7 Prozent der intubierten Patient*innen, die nicht mit Gerinnungshemmern behandelt wurden, starben, im Vergleich zu 29,1 Prozent der intubierten Patient*innen, die mit Gerinnungshemmern behandelt wurden.

„Die Studie zeigt, wie wichtig es ist, dass wir Patientendaten in Echtzeit analysieren. Nur so können wir jetzt schnell handeln, Leben retten und die Krankheitsverläufe von Patientinnen und Patienten verbessern, die unter dieser verheerenden Pandemie leiden. Die vielversprechenden Ergebnisse aus New York City können nun schnell weltweit in der stationären Behandlung von COVID-19-Patientinnen und Patienten Anwendung finden“,

sagt Erwin Böttinger, Co-Direktor des Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai in New York City und Leiter des Potsdamer HPI Digital Health Centers.

„Diese Studie ist erst der Anfang. Wir freuen uns über diese vorläufigen Ergebnisse, die sich positiv auf COVID-19-Patienten auswirken und ihnen möglicherweise eine größere Überlebenschance geben können, auch wenn weitere Analysen und Studien erforderlichsind, um den genauen Effekt von Gerinnungshemmern bei COVID-19-Patient*innen zu verstehen“, sagt der leitende Studienautor Dr. Girish Nadkarni, Medizinischer Direktor am Hasso Plattner Institute for Digital Health at Mount Sinai.

Publikation: Paranjpe I, Fuster V, Lala A, Russak A, Glicksberg BS, Levin MA, Charney AW, Narula J, Fayad ZA, Bagiella E, Zhao S, Nadkarni GN, Association of Treatment Dose Anticoagulation with In-Hospital Survival Among Hospitalized Patients with COVID-19, Journal of the American College of Cardiology (2020), doi: https://doi.org/10.1016/j.jacc.2020.05.001.