Hasso-Plattner-Institut25 Jahre HPI
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01.07.2022

News

3 Fragen an HPI-Doktoranden Markus Dreseler, Martin Schirneck, Tim Repke, Robert Kovacs und Max Frederik Plauth

Die HPI-Doktoranden Markus Dreseler, Martin Schirneck, Tim Repke, Robert Kovacs und Max Frederik Plauth konnten ihre Dissertation erfolgreich im Juni 2022 verteidigen. Markus Dreseler promovierte zu dem Thema "Automatic Tiering for In-Memory Database Systems", Martin Schirneck beschäftigte sich mit dem Thema "Enumeration Algorithms in Data Profiling", Tim Repke mit "Machine-learning-assisted Corpus Exploration and Visualisation", Robert Kovacs mit „Human-Scale Personal Fabrication“ und Max Frederik Plauth mit "Improving the Accessibility of Heterogeneous System Resources for Application Developers using Programming". Sie gehören nun zu den insgesamt 186 Promovierten des Hasso-Plattner-Instituts (HPI). In unserem Format „Drei Fragen an“ gaben sie uns Einblicke in ihre Themen und die Zeit der Promotion.

Dr. Markus Dreseler
Dr. Markus Dreseler und Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Drei Fragen an: Dr. Markus Dreseler

Was war für Sie das spannendste an Ihrer Arbeit an der Promotion?

Zusammen mit anderen Doktoranden am Lehrstuhl von Prof. Plattner habe ich in den vergangenen Jahren eine eigene Forschungsdatenbank, Hyrise, entwickelt. Die Möglichkeit, nicht nur an einem umfangreichen Entwicklungsprojekt mitzuarbeiten, sondern dieses von Null auf zu planen und die Entwicklung zu steuern war sehr lehrreich. Neben der Entwicklung von Hyrise und der Arbeit an meinem Forschungsthema durfte ich in weiteren Bereichen wertvolle Erfahrungen sammeln. So habe ich am Digitalgipfel der Bundesregierung mitgearbeitet, mit verschiedenen Industriepartnern kollaboriert und über mehrere Jahre hinweg den Stand des HPIs auf der SAP-Kundenmesse organisiert. Diese Vielfältigkeit der Aufgaben hat die Promotionszeit für mich sehr spannend gemacht.

 

Was war die größte Herausforderung beim Promovieren?

Für jede Frage, die ich während meiner Zeit als Doktorand beantworten konnte, haben sich zwei neue gestellt, deren Beantwortung mindestens genauso spannend wäre. Auch bei der Entwicklung unser Forschungsdatenbank Hyrise kamen immer wieder neue Ideen, die ich gerne direkt umgesetzt hätte. Hier einen Schlussstrich zu ziehen und das bereits Erarbeitete in eine Monographie zu fassen, hat mich viel Überwindung gekostet.

 

Wie sieht ihr nächster beruflicher Schritt aus?

Ich arbeite mittlerweile als Softwareentwickler bei Snowflake in Berlin. Hier hat sich für mich eine Möglichkeit geboten, nahezu nahtlos an meine bisherige Arbeit anzuknüpfen und an einem Datenbanksystem zu arbeiten, das weltweit eingesetzt wird.

 

Dr. Martin Schirneck
Prof. Dr. Tobias Friedrich und Dr. Martin Schirneck (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Drei Fragen an: Dr. Martin Schirneck

Was braucht man zum Promovieren?

Gute Mentoren; nette Kollegen zum Feiern von Erfolgen und Wiederaufbauen bei Rückschlägen; definitiv viel Kaffee.

 

Was war bisher der bedeutendste/schönste/glücklichste Moment in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Es gab sehr viele schöne Momente. Vor allem ist es toll zu sehen, wenn sich auch Andere für die eigene Arbeit interessieren. In diesem Zusammenhang war ein bedeutender Moment als ich von Prof. Naumann eingeladen wurde, in seinem Kurs "Data Profiling" (WS 2020/21) eine Gastvorlesung zu halten und danach mit den Studierenden und ihm zu diskutieren.

 

Wann und wie haben Sie entschieden, Informatiker zu werden?

Ziemlich schnell nach der Schule. Ich hatte lange überlegt Mathematik zu studieren, aber hätte nicht gewusst, was ich als Mathematiker mal machen soll. Die Informatik war da eine tolle Möglichkeit meine mathematischen Fähigkeiten mit praktischen Anwendungen zu verbinden.

 

Dr. Tim Repke
Dr. Ralf Krestel, Dr. Tim Repke und Prof. Dr. Felix Naumann (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Drei Fragen an: Dr. Tim Repke

Wann und wie haben Sie entschieden, Informatiker zu werden?

Ehrlich gesagt habe ich mich nie aktiv dafür entschieden. Informatik und Technik im Allgemeinen haben mich schon immer begeistert. Vermutlich da ich früher das einzige Kind in der Schule war, bei dem es einen Computer, sogar Internet, zu Hause gab -- mein Vater war nämlich Informatiker. Zudem gab es in meiner Grundschule ein Pilotprogramm für Informatikunterricht, erst an einem KC-85 (ein Computer in Aktenkofferformat der Programme mit dem Kassettenrekorder einliest), später dann auf "richtigen" Computern.

 

Was war bisher der bedeutendste/schönste/glücklichste Moment in Ihrer beruflichen Laufbahn?

Ich kann nur schwer einzelne Momente herausgreifen. Das schönste an dem Beruf sind die Momente, in denen ich sehen konnte, dass das was ich erdacht und gebaut (oder zumindest mitentwickelt) habe einen tatsächlichen Nutzen für viele Leute bietet. Etwa als HiWi in Forschungsprojekten im Bereich Public Health und später in einem Startup. Ich arbeite bereits auch schon an weiteren tollen Projekten...

 

Was hat Sie an Ihrer Arbeit an der Dissertation am meisten begeistert?

Auch wenn eine Promotion viel Ausdauer und teilweise Frustration mit sich bringt, wenn etwa eine Idee nicht aufgeht oder Experimente scheitern, hat es mich dennoch täglich auf ein Neues begeistert an den Problemen zu arbeiten, die für mich besonders spannend sind. Insbesondere die Kollaboration mit externen Partnern aus der Wirtschaft und anderen Wissenschaftsfeldern hat mir die Möglichkeit gegeben meine Projekte auf tatsächliche Anwendungsfälle auszurichten und wenn alles gut ging, zu sehen, dass sie auch in der "echten Welt" funktionieren.

 

Dr. Robert Kovacs
Dr. Robert Kovacs und Prof. Dr. Patrick Baudisch (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Drei Fragen an: Dr. Robert Kovacs

Was würden Sie an Ihrem Beruf ändern wollen, wenn nichts unmöglich wäre?

Ich würde mir eine größere akademische Gleichheit zwischen den Ländern und Einrichtungen und einen leichteren Zugang zu Forschungsmitteln wünschen. Es würde vielen großen Talenten die Möglichkeit geben an der Forschung teilzunehmen, die jetzt noch nicht die richtigen Voraussetzungen dafür haben.

 

Was wären Sie geworden, wenn es nicht Informatik geworden wäre?

Ich habe mich immer sehr für die Reparatur von mechanischen Geräten interessiert. Ich glaube, in einem alternativen Universum würde ich gerne Automechaniker in einem F1-Team sein.

 

Wie würden Sie einem Kind erklären worüber Sie promoviert haben?

Große Konstruktionen aus Alltagsgegenständen zu bauen, die man zu Hause findet, lebensgroße animierte Kreaturen zu erschaffen und schwingende Objekte zu bauen, auf denen man reiten kann - das waren mit Sicherheit die Kindheitsträume von vielen. Ich habe Softwaretools entwickelt, die dabei helfen diese Träume zu verwirklichen, ohne dass man dafür Maschinenbauingenieur sein muss. Kurz gesagt: Demokratisierung der Technik.

 

Dr. Max Plauth
Dr. Max Plauth und Prof. Dr. Andreas Polze (Foto: HPI/K. Herschelmann)

Drei Fragen an: Dr. Max Frederik Plauth

Was hat Sie an Ihrer Arbeit an der Disputation am meisten begeistert?

Am meisten hat mir gefallen, dass ich komplett frei forschen konnte und in Kooperation mit zahlreichen Kooperationspartnern sowohl aus der Industrie wie auch aus dem akademischem Umfeld hochaktuelle und spannende Forschungsfragen untersuchen konnte.

 

Wann und wie haben Sie entschieden, Informatiker zu werden?

Mein Interesse für Computer geht auf die Grundschulzeit zurück. Während sich meine Freunde vor allem für Computerspiele interessierten, habe ich angefangen den Familiencomputer auseinander und auch wieder erfolgreich zusammenzubauen. Nachdem ich begriffen hatte, welche Komponenten welchen Zweck erfüllen, war die nächste Herausforderung für mich zu verstehen wie man Computer programmieren kann. Nach zahlreichen Anläufen habe ich dann zu Gymnasialzeiten endlich meinen Zugang gefunden und diesen konsequent ausgebaut. 

 

Was würden Sie an Ihrem Beruf ändern wollen, wenn nichts unmöglich wäre?

Auch wenn mir klar ist, dass kommerzielle Softwareentwicklung nicht so ungezwungen laufen kann wie die Forschungsarbeiten zu Promotionszeiten, so könnte ich mir Vorstellen dass mehr zeitliche Freiräume helfen könnten nicht nur die Produktivität sondern auch die Produktqualität zu verbessern. Beispiele hierfür wäre zeitlicher Freiraum für die Erschließung neuer Werkzeuge und Technologien wie auch mehr Ressourcen für Aufgaben wie Refaktorierungen etc.

 

Dr. Markus Dreseler wurde bei seiner Promotion von Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner, Leiter des Fachgebiets Enterprise Platform and Integration Concepts betreut.

Dr. Martin Schirneck wurde bei seiner Promotion von Prof. Dr. Tobias Friedrich, Leiter des Fachgebiets, Leiter des Fachgebiets Algorithm Engineering betreut.

Dr. Tim Repke wurde bei seiner Promotion von Prof. Dr. Felix Naumann, Leiter des Fachgebiets Information Systems betreut.

Dr. Robert Kovacs wurde bei seiner Promotion von Prof. Dr. Patrick Baudisch, Leiter des Fachgebiets Human Computer Interaction, betreut.

Dr. Max Frederik Plauth wurde bei seiner Promotion von Prof. Dr. Andreas Polze, Leiter des Fachgebiets Betriebssysteme & Middleware, betreut.

 

Wir gratulieren herzlich!