Hasso-Plattner-Institut
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28.10.2004

Frank Keller und Andreas Bungert entdeckten mit AC-1 eine Marktnische

"Der Pilot im Cockpit eines Flugzeuges muss alle seine Instrumente verstehen und beherrschen. Vor allem muss er wissen, wie sich die Anzeigen gegenseitig bedingen und ergänzen. Wir entwickeln für unsere Kunden ein IT-Cockpit". Dr. Frank Keller und Dr. Andreas Bungert sind bemüht, die weder sicht- noch greifbare Konstruktion komplexer Softwaresysteme mit anschaulichen Bildern zu erklären und IT-Vorgänge in ein zentrales Bild, ein big picture, zu fassen. Aus diesem Bemühen haben sie jetzt eine Geschäftsidee gemacht und mit AC-1 ein erstes Produkt entwickelt, das auf verständliche Art die verschiedenen Komponenten eines IT-Projektes zusammenbringt. Mit AC-1 ist es den beiden wissenschaftlichen Mitarbeitern des Hasso-Plattner-Instituts für Softwaresystemtechnik gelungen, für die unterschied-lichsten IT-Anwender in einem Unternehmen eine gemeinsame Referenzebene zu schaffen. Außerdem wird damit eine einfache Verständigungsebene erstellt, auf der alle an einem Prozess Beteiligten miteinander kommunizieren können.

Im März 2004 haben Keller und Bungert mit Ihrer Firma ArcWay AG die erste Ausgründung aus dem HPI etabliert. Der "gangbare Weg durch die Softwarearchitektur" basiert auf der von Prof. Siegfried Wendt erfundenen und im HPI gelehrten Methode Fundamental Modeling Concept (FMC). Als Mitarbeiter von Prof. Wendt fanden die beiden Firmengründer die volle Unterstützung ihres Mentors und scheinen damit eine echte Marktnische entdeckt zu haben. Mittlerweile sind bereits über zehn Angestellte und studentische Mitarbeiter für die ArcWay AG tätig. Viele von ihnen sind Masterstudenten des HPI, deren Know-how für die Entwicklung des Produktes AC-1 sehr wichtig ist. Für die Studierenden bietet sich dagegen die Chance, in der Firma große Praxiserfahrung zu sammeln. "Den Studierenden macht es sehr viele Freude, an der Entstehung eines vollkommen neuen Produktes mitzuarbeiten", betont Andreas Bungert denn auch. Finanziert wird die Firma durch eigenes Geld sowie eine Reihe namhafter Business Angels aus der IT-Branche, die sich auch persönlich für das Unternehmen ArcWay einsetzen.

AC-1 soll künftig in zwei Versionen angeboten werden: eine Standardversion für den Einsatz in kleineren und mittleren Unternehmen sowie eine darauf aufbauende Ausführung, die auch den individuellen Ansprüche großer Unternehmen in weltweit verteilten Projekten gerecht wird. Begleitet wird die Vermarktung von AC-1 durch Schulungen und Coachingprojekte.

Das positive Echo einer Reihe bekannter Softwarehäuser auf das Angebot von Frank Keller und Andreas Bungert macht die beiden zuversichtlich, dass sie bald ihre derzeitige Beschränkung auf den deutschsprachigen Markt aufheben können und auch internationale Kunden gewinnen werden. "Vielleicht", so Frank Keller, "kann man schon in absehbarer Zeit über einen Gang an die Börse nachdenken".