Hasso-Plattner-Institut
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07.05.2013

Berlin/Potsdam. Die vom Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelte Form des interaktiven Lernens durch kostenlose offene Online-Kurse für jedermann wird jetzt erstmals auch von Wirtschaftsunternehmen der Softwarebranche aufgegriffen. Darauf hat das Potsdamer Institut im Vorfeld des Berliner Open- IT Summit hingewiesen. Als erster global tätiger Konzern werde die SAP ab 27. Mai Technik und Know-how der Internet-Bildungsplattform des HPI nutzen, um ihren Bezugsgruppen eigene produktbezogene Inhalte anzubieten, sagte Institutssprecher Hans-Joachim Allgaier auf einer Pressekonferenz zum Open-IT Summit.

Das HPI offeriert seit Herbst vergangenen Jahres als erste deutsche Hochschuleinrichtung über die Internet-Bildungsplattform www.openHPI.de weltweit offene Onlinekurse seiner Professoren zu Themen der Informationstechnologie und Informatik. Den ersten Onlinekurs steuerte im September Stifter Prof. Hasso Plattner bei. Der gebürtige Berliner, sowohl SAP-Mitgründer als auch -Aufsichtsratsvorsitzender, führte in eine neue, am HPI erforschte Hauptspeicher-Datenbanktechnologie ein. Plattner leitet am HPI das Fachgebiet Enterprise Platform and Integration Concepts.

Die Potsdamer Informatikwissenschaftler stellen auf dem Berliner Open IT Summit ihre eigene Bildungsinitiative dem Publikum vor. „Hier treffen wir auf unsere Kernzielgruppe - diejenigen, die in der sich schnell verändernden Welt der Informationstechnologie beruflich tätig sind und permanent auf dem Laufenden bleiben müssen“, betonte der HPI-Pressesprecher. Den Veranstaltungsteilnehmern werde vorgestellt, wie die HPI-Professoren sowohl Grundlagenkenntnisse als auch aktuellstes akademisches Wissen über die volle Breite der Informationstechnologie und Informatik vermitteln.

openHPI: Vorbild sind Massive Open Online Courses (MOOC)

Die Internet-Bildungsplattform openhpi.de des Hasso-Plattner-Instituts bietet kostenlose, frei zugängliche Onlinekurse für sehr viele Teilnehmer an. Weltweit einzigartig ist sie dadurch, dass sich die Inhalte auf Informationstechnologie und Informatik konzentrieren und die Kurse sowohl in deutscher als auch englischer Sprache angeboten werden. openHPI folgt dem Beispiel der „Massive Open Online Courses“, wie sie seit 2011 zunächst von der Stanford University, später aber auch von anderen Elite-Universitäten der USA angeboten wurden.

Im Unterschied zu „traditionellen“ Vorlesungsportalen werden bei openHPI.de Kurse angeboten, die einem festen, sechs- bis achtwöchigen Zeitplan folgen - mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texte, Selbsttests, regelmäßige Hausaufgaben und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einer sozialen Plattform, auf der sich die Teilnehmer mit den Kursbetreuern und anderen Teilnehmern austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können. Die Teilnehmer entscheiden selbst über Art und Umfang ihrer Aktivitäten. Sie können in den Kurs eigene Beiträge einbringen, zum Beispiel durch Blogposts oder Tweets, auf die sie im Forum verweisen. Andere Lernende können diese dann kommentieren, diskutieren oder erweitern. So werden Lernende, Lehrende und die Inhalte in einem sozialen Lernnetzwerk miteinander verknüpft.

Daten zur Nutzung von openHPI.de

Das Institut hatte openHPI.de im September 2012 mit einem englischsprachigen Kurs von HPI-Stifter und SAP-Mitgründer Prof. Hasso Plattner zur neuen In-Memory-Datenbanktechnologie gestartet. Mehr als 15.000 Interessenten nutzten ihn. Ende Oktober erhielten 2.132 Teilnehmer ein Zertifikat für die gemeisterte Abschlussprüfung. Der zweite Online-Kurs, geleitet von Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel und in deutscher Sprache angeboten, hatte die technische Funktionsweise des Internets zum Thema. 11.000 Interessenten nahmen teil. 1.662 Lernende bekamen per Zertifikat den erfolgreichen Abschluss bescheinigt. Den dritten Kurs, diesmal mit dem Thema semantische Suche im Internet und in englischer Sprache durchgeführt von Senior Researcher Dr. Harald Sack, verfolgten rund 5.900 Teilnehmer. 778 davon erhielten ein Zertifikat. Am 8. April startete der vierte Kurs. Geleitet von HPI-Professor Felix Naumann widmet er sich sechs Wochen lang in deutscher Sprache dem Thema „Datenmanagement mit SQL“. Anfang Mai waren bereits rund 26.500 Teilnehmer auf openHPI.de registriert.

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