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22.03.2017

Pressemitteilung

Datenleaks, Fake News und Bots: HPI-Onlinekurs erklärt die Risiken des WWW

Vor wenigen Tagen feierte das World Wide Web seinen 28. Geburtstag. Wie nur wenige andere Innovationen der letzten Jahrzehnte prägt und verändert es unsere Gesellschaft. WWW-Erfinder Sir Tim Berners-Lee äußerte sich in einem offenen Brief besorgt über die aktuellen Entwicklungen. Insbesondere der Kontrollverlust über persönliche Daten, Fake News und die Intransparenz von Algorithmen, beispielsweise im Kontext von Twitter Bots oder Filterblasen, stellten laut Berners-Lee das Web in den nächsten Jahren vor große Herausforderungen.

Auch der Onlinekurs "Web-Technologien", der gerade auf der Bildungsplattform openHPI.de läuft, thematisiert und erklärt diese Herausforderungen. Der Kurs, der von HPI-Direktor Professor Christoph Meinel geleitet wird, läuft bereits seit einigen Wochen, Kursinhalte stehen aber auch Späteinsteigern offen. Gerade die sechste Woche, welche den Einfluss des Webs auf die Gesellschaft beleuchtet, kann auch losgelöst vom Rest des Kurses angesehen werden. Unter diesem Link können sich Interessierte kostenlos anmelden: https://open.hpi.de/courses/webtech2017.

"Das Potenzial der Manipulation der öffentlichen Meinung ist durch die sozialen Medien dramatisch gestiegen", so HPI-Direktor Professor Christoph Meinel. Er habe sich daher entschieden, eine ganze Kurswoche den Themen "Social, Semantic und Service Web" zu widmen, in der er auch ganz konkret auf Meinungsbildung, Privatsphäre und Sicherheit im Social Web eingeht.

Gerade mit Blick auf den Ausgang des US-Wahlkampfes und die bevorstehenden Wahlen in Europa liest man immer wieder von Twitter Bots und Filterblasen, die das Potenzial haben, die öffentliche Meinungsbildung massiv zu verzerren. 1,79 Millionen aktive Facebook-Nutzer pro Monat, 313 Millionen Twitter-Nutzer pro Monat und 600 Millionen Instagram-Nutzer veranschaulichen, über welche Einfluss die sozialen Medien heutzutage verfügen. "Die Algorithmen, die solche Twitter Bots steuern, werden mit Techniken des Machine Learning ausgestattet. So kommt es, dass Twitter Bots täuschend echt agieren können und von menschlichen Nutzern kaum zu unterscheiden sind", erklärt Meinel. Im Onlinekurs erklärt er, wie diese Techniken funktionieren und welche Sicherheitsregeln man als privater Nutzer einhalten sollte.

Hintergrund zu openHPI

Das Hasso-Plattner-Institut bietet unter openHPI seit 2012 seine kostenlosen, für alle frei zugänglichen Online-Kurse zu Themen der Informationstechnologie an. Derzeit gibt es bereits mehr als 360.000 Einschreibungen von gut 140.000 Nutzerinnen und Nutzern aus etwa 180 Ländern auf openHPI. Mehr als 35.000 Zertifikate konnten bereits für erfolgreiche Lernende ausgestellt werden. Sämtliche Onlinekurse, die bislang auf Deutsch, Englisch und Chinesisch auf der Plattform angeboten wurden, sind auch später noch jederzeit im Archivmodus nutzbar, allerdings ohne Prüfung und Zertifikat. Die Internet-Bildungsplattform openHPI ist dadurch weltweit einzigartig, dass sich die Inhalte auf Informationstechnologie und Informatik konzentrieren und die Kurse sowohl in deutscher, englischer und chinesischer Sprache angeboten werden. Im Unterschied zu "traditionellen" Vorlesungsportalen folgen die Kurse bei openHPI einem festen Zeitplan - mit definierten Angebotsimpulsen wie Lehr-Videos, Texten, Selbsttests, regelmäßigen Haus- und Prüfungsaufgaben. Kombiniert sind die Angebote mit einem Forum, in dem sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem Teaching Team und anderen Lernenden austauschen, Fragen klären und weiterführende Themen diskutieren können.

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut für Softwaresystemtechnik GmbH an der Universität Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für IT-Systems Engineering. Als einziges Universitäts-Institut in Deutschland bietet es den Bachelor- und Master-Studiengang "IT-Systems Engineering" an – ein besonders praxisnahes und ingenieurwissenschaftliches Informatik-Studium, das von derzeit 480 Studenten genutzt wird. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studenten nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet 240 Plätze für ein Zusatzstudium an.

Insgesamt zwölf HPI-Professoren und über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten sind am Institut tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen zehn IT-Fachgebieten, aber auch in der HPI Research School für Doktoranden mit ihren Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche. Das HPI kommt bei den CHE-Hochschulrankings stets auf Spitzenplätze. Mit openHPI.de bietet das Institut seit September 2012 ein interaktives Internet-Bildungsnetzwerk an, das jedem offen steht.