Hasso-Plattner-InstitutSDG am HPI
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28.10.2020

Pressemitteilung

Zehntausende Lehrkräfte machen sich derzeit online fit für digitalen Unterricht

Ein stark wachsendes Interesse von Lehrkräften an Online-Fortbildungen hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) festgestellt. Auf dessen Plattform Lernen.cloud sind seit Jahresbeginn bereits mehr als 10.000 Einschreibungen in Kurse für zeitgemäßen digitalen Unterricht registriert worden. „Die Corona-Pandemie und der einsetzende Digitalisierungsschub in Deutschlands Schulen haben die Nachfrage nach Online-Fortbildungen bei Lehrkräften deutlich gesteigert“, berichtet Institutsdirektor Prof. Christoph Meinel. Er kündigt an, in den kommenden Monaten mit weiteren Partnern das Angebot deutlich auszubauen.

Das HPI hatte die offene Plattform Ende 2019 an den Start gebracht, „damit sich Lehrende, welche die kommende Generation auf die Herausforderungen der Digitalisierung einstellen sollen, selber permanent dafür fortbilden können“, so der Wissenschaftler. Sein gemeinnütziges Potsdamer Institut ist seit 2012 mit openHPI Europas Pionier für kostenlose Massive Open Online Courses (MOOC). Meinel leitet das von der Bundesregierung geförderte nichtkommerzielle Projekt HPI Schul-Cloud. Dabei handelt es sich um eine digitale Lern- und Arbeitsumgebung, über die datenschutzkonform auf Lerninhalte unterschiedlicher Anbieter zugegriffen werden kann.

Hilfen beim kreativen Gestalten des digitalen Unterrichtsalltags

„Mit den praxisnahen Gratis-Kursen auf Lernen.cloud wollen wir Pädagoginnen und Pädagogen dabei unterstützen, den digitalen Unterrichtsalltag kreativ und effektiv zu gestalten“, erklärt der E-Learning-Experte. Gezielt sollten Kompetenzen vor allem in den Bereichen digitale Medien, Didaktik, Unterrichtsorganisation und Personalentwicklung erweitert werden. Das Themenspektrum ist deshalb breit: Es reicht von Einführungen in Werkzeuge und Funktionalitäten der HPI Schul-Cloud bis hin zu Tutorials. Diese widmen sich grundlegenden Themen wie Datenschutz, Organisation von Videokonferenzen und modernen Methoden digitaler Unterrichtsgestaltung.

Mit Lernen.cloud wolle das Institut „eine innovative Plattform für digitale Fortbildungsformate nach Standards der Kultusministerkonferenz etablieren, die landesübergreifend und kooperativ genutzt wird“, so Meinel. Lehrkräfte bekommen auf der Plattform zum Beispiel Hilfestellung bei administrativen Abläufen sowie Anleitungen, wie in der HPI Schul-Cloud Inhalte erstellt, wie eine virtuelle Schulstunde per Videokonferenzsystem durchgeführt, Folienpräsentationen vorbereitet, Dokumente gemeinsam bearbeitet und Hausaufgaben verteilt und eingesammelt werden können. „Und mit Best-Practice-Berichten aus dem Schulalltag geben wir Anregungen, wie sich digitale Lernmaterialien und neue Methoden im Unterricht integrieren lassen“, ergänzt der Potsdamer Wissenschaftler.

„Lehrkräfte verlieren die Scheu, digitale Dinge auszuprobieren“

Susanne Anders, Leiterin der Evangelischen Grundschule Babelsberg in Potsdam, gehört zu den Lehrkräften, die angetan sind von der Unterstützung durch das HPI: „Die Erklärvideos bieten eine gute Einführung und erläutern anschaulich, wie man zum Beispiel Teams oder Kurse anlegt.“ Anders, die mit ihrem Kollegium zusammen die Schul-Cloud Brandenburg einsetzt – eine länderspezifische Variante der HPI Schul-Cloud – berichtet von positiven Prozessen unter den Lehrenden: „Oft haben wir uns die Tutorials auf Lernen.cloud in kleinen Gruppen angesehen, darüber diskutiert und gemeinsam etwas ausprobiert.“

Einige Kolleginnen und Kollegen hätten sich besonders engagiert eingearbeitet und erfolgreich ihr Wissen an andere weitergegeben. „Manchmal muss man sich ein Video mehrmals ansehen und dann einfach loslegen“, ermuntert Anders. Die Lernen.cloud-Kurse empfindet die Grundschul-Leiterin als eine wichtige Unterstützung: „Sie helfen, die Scheu zu verlieren, Dinge auszuprobieren.“

Vielfältige Unterstützung auch für Schüler*innen und Eltern

Angesichts der Digitalisierung des Unterrichts seien auch die Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern vor neue technische und pädagogische Herausforderungen gestellt, betont Meinel: „Deshalb geben wir auf der Plattform allen wertvolle Tipps für den schnellen Einstieg ins digitale Lehren und Lernen.“

Ein Onlinekurs speziell für Eltern enthält zum Beispiel zahlreiche Empfehlungen, wie Kinder beim digitalen Lernen zuhause unterstützt werden können. Schülerinnen und Schüler finden auf Lernen.cloud eine Auswahl an kostenlosen und allen Interessierten zugänglichen Kursen rund um das Thema Programmieren.

Mehr Details zur Online-Lernplattform Lernen.cloud hier: https://lernen.cloud/

Kurzprofil HPI Schul-Cloud

Das Hasso-Plattner-Institut entwickelt seit 2017 gemeinsam mit dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC, zahlreichen Experten aus Wissenschaft und Praxis und gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) eine Schul-Cloud, mit der digitale Inhalte verschiedener Anbieter einfach und sicher in der Schule genutzt werden können. Ziel der HPI Schul-Cloud ist es, eine intuitiv bedienbare digitale Lehr- und Lernumgebung zu schaffen, die orts- und zeitunabhängig von jedem Endgerät genutzt werden kann und datenschutzkonform ist. Aktuell greifen mehr als 740.000 Nutzerinnen und Nutzer auf die HPI Schul-Cloud zu. Nachdem zunächst ausschließlich Schulen des Projektpartners MINT-EC sowie Schulen über die Kooperationen mit den Bundesländern Niedersachsen (Niedersächsische Bildungscloud), Brandenburg (Schul-Cloud Brandenburg) und Thüringen (Thüringer Schulcloud) beteiligt waren, wurde die HPI Schul-Cloud im März 2020 in Reaktion auf die Coronapandemie deutschlandweit für alle Schulen geöffnet, die kein vergleichbares Angebot des Landes oder des Schulträgers nutzen konnten.

Weitere Informationen zur HPI Schul-Cloud unter:
https://hpi.schul-cloud.org/

Kurzprofil Hasso-Plattner-Institut

Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) in Potsdam ist Deutschlands universitäres Exzellenz-Zentrum für Digital Engineering (https://hpi.de). Mit dem Bachelorstudiengang „IT-Systems Engineering“ bietet die gemeinsame Digital-Engineering-Fakultät des HPI und der Universität Potsdam ein deutschlandweit einmaliges und besonders praxisnahes ingenieurwissenschaftliches Informatikstudium an, das von derzeit rund 600 Studierenden genutzt wird. In den vier Masterstudiengängen „IT-Systems Engineering“, „Digital Health“, „Data Engineering“ und „Cybersecurity“ können darauf aufbauend eigene Forschungsschwerpunkte gesetzt werden. Bei den CHE-Hochschulrankings belegt das HPI stets Spitzenplätze. Die HPI School of Design Thinking, Europas erste Innovationsschule für Studierende nach dem Vorbild der Stanforder d.school, bietet jährlich 240 Plätze für ein Zusatzstudium an. Derzeit sind am HPI 21 Professorinnen und Professoren sowie über 50 weitere Gastprofessoren, Lehrbeauftragte und Dozenten tätig. Es betreibt exzellente universitäre Forschung – in seinen IT-Fachgebieten, aber auch in den HPI Research Schools für Doktoranden mit  Forschungsaußenstellen in Kapstadt, Haifa und Nanjing. Schwerpunkt der HPI-Lehre und -Forschung sind die Grundlagen und Anwendungen großer, hoch komplexer und vernetzter IT-Systeme. Hinzu kommt das Entwickeln und Erforschen nutzerorientierter Innovationen für alle Lebensbereiche.