20.03.2019

Global Design Thinking Week: Designing for Global Impact

Jungen Menschen einen Zugang zu Bildung und die richtigen Kompetenzen für den Arbeitsmarkt zu geben sind zentrale Faktoren, um die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes voranzutreiben. Doch Bildung ist noch immer ein Privileg, das nicht überall gegeben ist. Mit einem Fokus auf Mexiko entwickelten während der Global Design Thinking Week 61 Teilnehmer*innen aus 16 Ländern neue Bildungskonzepte für sozial benachteiligte Jugendliche, die einen beschränkten Zugang zu weiterführender Bildung haben und mit dem Thema Arbeitslosigkeit konfrontiert sind.

 

Teamwork bei der Global Design Thinkin Week

 

Zur Bearbeitung dieser Design Challenge erhielten zehn multidisziplinäre Design Thinking-Teams Einblicke und Daten aus Mexiko und Deutschland. Dabei wurden sie von unseren Partnern BDI (Bundesverband der Industrie) und einer 20-köpfigen Delegation von Netzwerk-Partnern aus Mexiko von Tecnológico de Monterrey (ITESM) Campus Guadalajara, Instituto Politécnico Nacional (IPN), Ministry of Innovation of Jalisco, City of León, Labour Institute Guanajuato (IECA), COPARMEX, USEM und CONCAMIN unterstützt. Zusammen haben sie nach einer ganzheitlichen Lösung gesucht, um die soziale, wirtschaftliche und sozio-politische Entwicklung in Mexiko zu stabilisieren.

Wie wichtig diese Kollaboration zwischen Mexiko und Deutschland ist, hob unser Ehrengast Rogelio Granguillhome Morfín, der Mexikanische Botschafter in Deutschland, hervor. „Die Zukunft ist, was wir daraus machen. Es liegt an uns und unser Kreativität zu zeigen wie positiv und transformativ wir sein wollen. Vergessen Sie nicht, dass wir nur durch die Zusammenarbeit von Bildungseinrichtungen, der Privatwirtschaft, der Regierung und der Zivilgesellschaft unsere Welt zu einem besseren Ort machen können“, sagte er in einer Rede an die Teilnehmer*innen der Global Design Thinking Week.

 

Besuch des mexikanischen Botschafters in Deutschland

 

Neue Kompetenzen schaffen und Potenziale entfalten

Durch die Digitalisierung verändern sich Berufsprofile in zahlreichen Branchen. Besonders junge Menschen brauchen daher neue Kompetenzen, um Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben. Für die Gesellschaft und für Bildungseinrichtungen ist es eine zentrale Aufgabe, Jugendlichen die richtigen Fähigkeiten und Fertigkeiten zu geben, damit sie von der digitalen Transformation profitieren können.

Um ein detailliertes Verständnis der Design Challenge zu bekommen, sprachen unsere Design Thinking-Teams mit Schulen, lokalen Unternehmen, Arbeitsämtern und Initiativen, die junge Menschen dabei unterstützen einen Arbeitsplatz zu bekommen. Sie fanden heraus, dass es eine große Lücke gibt zwischen den Kompetenzen, die Schulen vermitteln und den Fähigkeiten, die Unternehmen von ihren jungen Bewerbern erwarten. Zudem seien viele Jugendliche nicht demotiviert zu lernen oder zu arbeiten, wie oft angenommen wird. Es sei nur wichtiger für sie, eine Tätigkeit zu finden, für die sie sich begeistern können.

Aber wie können Schulen, Unternehmen und Regierungen zusammenarbeiten, um diese Lücke zu schließen und Potentiale sozial-benachteiligter Jugendlicher zu entfalten? Wie kann man Schüler*innen dazu befähigen, ihre Talente oder eine Leidenschaft für ein bestimmtes Berufsfeld zu entdecken?

Mit Hilfe von Design Thinking entwickelten unsere internationalen Teilnehmer*innen innovative Konzepte, um die Bildungserfahrung und berufliche Entwicklung junger Menschen in Mexiko zu unterstützen.

Ihre Ideen reichen von Mentoring-Initiativen, die Studierende mit lokalen Unternehmen verknüpfen; über eine Künstlichen Intelligenz, die Studierende mit Unternehmen zusammenbringt, basierend auf ihren Kompetenzen und Kompetenzanforderungen; bis hin zu einem Incubator-Programm, das Studierende fit für den Arbeitsmarkt macht, indem es sie dabei unterstützt, sich Fähigkeiten anzueignen, die sie nicht in der Schule lernen.

Unterstützt von Coaches näherte sich jedes Team der Design Challenge von einer anderen Perspektive und entwickelte so Lösungen für verschiedene Zielgruppen. Ein Team entwickelte beispielsweise ein Mentoring-Programm, das insbesondere Mexikanische Mädchen dazu ermutigen soll einen technischen Beruf zu ergreifen, indem es die Mädchen mit weiblichen Vorbildern aus Mexiko verknüpft.

Ein anderes Team entwickelte ein komplett neues Schulkonzept. Dieses basiert auf Modulen und gibt Schüler*innen die Freiheit zu experimentieren, sich auf bestimme Fachbereiche zu spezialisieren und so zu einem Experten in einem Bereich zu werden, für den sie sich besonders begeistern.

Ein Video-Rückblick von Uli Weinberg mit Eindrücken von der Global Design Thinking Week (scrollen und dann klicken):

 

 

Diese Konzepte geben viel Inspiration und Denkanstöße, um einen Wandel des Bildungssystems voranzutreiben und so die Potenziale junger Menschen in Mexiko, Deutschland und auf der ganzen Welt zu entfalten.

Fotos: Jana Legler / HPI School of Design Thinking, Video von Uli Weinberg